Frühere Biles-Trainerin verlässt Stuttgarter Turn-Stützpunkt vorzeitig
Ex-Biles-Trainerin verlässt Stuttgarter Turn-Stützpunkt

Frühere Biles-Trainerin verlässt Stuttgarter Turn-Stützpunkt vorzeitig

Die Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Turner-Bund und der früheren Trainerin von Simone Biles, Aimee Boorman, ist überraschend beendet worden. Nach nur rund einem Jahr hat die US-Amerikanerin ihre heikle Aufgabe am Bundesstützpunkt in Stuttgart früher als geplant aufgegeben. Der DTB teilte mit, dass sich beide Seiten auf eine vorzeitige Beendigung der Zusammenarbeit geeinigt hätten.

Start unter schwierigen Bedingungen

Die 52-jährige Boorman war im Jahr 2025 als Ersatz verpflichtet worden, nachdem der Schwäbische Turnerbund im Zuge eines Skandals zwei Trainer freigestellt hatte. Rund um den Jahreswechsel 2024/25 waren am Stuttgarter Kunst-Turn-Forum gravierende Missstände angeprangert worden. Mehrere ehemalige und aktive Turnerinnen hatten von systematischem körperlichem und mentalem Missbrauch sowie katastrophalen Umständen berichtet.

In einer Mitteilung des DTB heißt es: „Sie startete damals unter schwierigen Bedingungen am Stützpunkt, der im Zuge von Missbrauchsvorwürfen im Umbruch war und bis heute ist.“ Trotz großer Bemühungen aller Beteiligten habe die Zusammenarbeit in Stuttgart nicht so funktioniert, wie es erforderlich gewesen wäre.

Breites Pickt-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App für Telegram

Vertragslaufzeit und Hintergründe

Boormans Vertrag war ursprünglich bis Dezember 2028 verlängert worden und sollte damit über die Olympischen Spiele 2028 hinaus laufen. Von 2005 bis 2016 hatte sie die Ausnahmeturnerin Simone Biles trainiert, die in ihrer Karriere bereits elf Olympia-Medaillen gewonnen hat.

In Stuttgart sollte Boorman eine kleine Gruppe um die deutsche Hoffnungsträgerin Helen Kevric betreuen. Kevric hatte sich Ende Mai 2025 bei den Turn-Europameisterschaften in Leipzig schwer am Knie verletzt und befindet sich noch im Aufbautraining. Die Olympia-Teilnehmerin hatte sich zuvor hinter die vom STB freigestellten Trainer gestellt und erklärt, dass sie „kein Missbrauchsopfer“ sei. Über die Trainer sagte sie: „Ich hätte sie gerne behalten.“

Der DTB betonte in seiner Stellungnahme, dass trotz des vorzeitigen Endes der Zusammenarbeit alle Seiten großes Bemühen gezeigt hätten. Die Situation am Stuttgarter Stützpunkt bleibt damit weiterhin im Fokus, während der Verband nach neuen Lösungen für die Betreuung der Turnerinnen sucht.

Pickt After-Article-Banner — kollaborative Einkaufslisten-App mit Familien-Illustration