Krönender Abschied: DVV-Pokal-Finale begeistert in Mannheim
Vor einer beeindruckenden Kulisse von mehr als 12.500 begeisterten Fans fand das DVV-Pokal-Finale in Mannheim einen spektakulären Abschluss. Die SAP Arena war am Samstag, dem 1. März 2026, komplett ausverkauft und bot die perfekte Bühne für zwei packende Volleyball-Endspiele, die mit Überraschungen und historischen Momenten aufwarteten.
Doppelte Pokal-Sensation vor großer Kulisse
Die Thüringerinnen des VfB Suhl sorgten für die erste Sensation des Abends, als sie im Frauenfinale den favorisierten MTV Stuttgart in einem atemberaubenden Tie-Break besiegten. „Es ist einfach unbeschreiblich. Ich kann es immer noch nicht fassen, dass wir diesen Pokal jetzt hier gewonnen haben, in dieser unbeschreiblichen Halle. Mit 12.000 Zuschauern, das ist schon das Größte“, sagte die überglückliche Mittelblockerin Laura Berger nach dem historischen Erfolg.
Für Suhl war es der zweite Pokalsieg nach 2008, und das Team feierte ausgiebig mit seinen zahlreichen Fans, die in speziellen Finaltrikots die Halle in ein Meer aus Vereinsfarben verwandelten. Das Match entwickelte sich zu einem echten Nervenkitzel, bei dem die Thüringerinnen eine 2:0-Führung verspielten, aber im entscheidenden fünften Satz die besseren Nerven bewahrten.
Lüneburg beendet Final-Fluch gegen Friedrichshafen
Den Männern der SVG Lüneburg gelang im zweiten Finale des Abends ebenfalls eine bemerkenswerte Leistung. Nach drei gescheiterten Anläufen gegen den Rekordsieger Friedrichshafen konnten sie endlich ihren Final-Fluch besiegen und sicherten sich ihren ersten großen Titel. „Ich bin sehr glücklich“, gestand sogar der sonst so zurückhaltende Lüneburger Coach Stefan Hübner beim Streamingdienst Dyn. „Das ist ein unglaublicher Moment für uns alle.“
Die beiden packenden Endspiele mit insgesamt vier Tie-Break-Sätzen boten den Fans ein unvergessliches Volleyball-Erlebnis und zeigten die wachsende Attraktivität der Sportart in Deutschland.
Neue Ära: DVV-Pokal zieht nach Köln um
Für die Volleyball-Bundesliga (VBL) und den Deutschen Volleyball-Verband markierte der erfolgreiche Abend nicht nur einen würdigen Abschied aus Mannheim, sondern auch den Start in eine neue Ära. Nach elf Jahren an diesem Standort wird das Event im kommenden Jahr in die noch größere Lanxess Arena nach Köln verlegt, die Platz für rund 20.000 Zuschauer bietet.
„Die Eventisierung ist extrem wichtig im Sport und auch in unserer Sportart. Wir wollen für diesen großen Schritt mutig sein“, erklärte VBL-Geschäftsführerin Kim Oszvald-Renkema. „Nach Köln ziehen wir in ein großes Einzugsgebiet für uns, Nordrhein-Westfalen. Nach elf Jahren glauben wir, es ist jetzt der richtige Schritt, nochmal größer zu denken.“
Die Entscheidung, den Spieltag von Sonntag auf Samstag zu verlegen, hatte in Mannheim bereits einen positiven Effekt gezeigt und soll auch in Köln beibehalten werden. Die Ligen haben sich in den vergangenen Jahren stabilisiert, mit mehr Teams und größerem Wettbewerb. Jetzt soll Volleyball weiter aus dem Schatten der anderen Ballsportarten heraustreten.
Ausbau der Veranstaltung geplant
Für die Zukunft in Köln sind umfangreiche Erweiterungen geplant. „Aber es wird größer. Wir erweitern alles“, sagte Oszvald-Renkema bereits vor den Endspielen. „Wir wollen das Jahr schon nutzen, um Volleyball in der Region und überregional zu stärken.“ Geplant sind zusätzliche Veranstaltungen rund um die Spiele, um das Fan-Erlebnis weiter zu verbessern.
Bei den Siegern des Abends standen zunächst jedoch ganz andere Dinge im Vordergrund. Suhls Kapitänin Roosa Laakonen verriet ihre Partypläne: „Ich war die ganze Woche so müde. Ich konnte nicht trainieren, weil ich so viel Schmerzen im Bein hatte, also weiß ich es nicht. Aber ich will ein Bier!“ Lüneburgs Coach Stefan Hübner freute sich dagegen auf einen Schluck Crémant, um den historischen Erfolg angemessen zu feiern.
Das DVV-Pokal-Finale in Mannheim hat damit nicht nur zwei unvergessliche Sieger hervorgebracht, sondern auch eindrucksvoll demonstriert, wie Volleyball in Deutschland weiter wächst und begeistert.



