Volleyball-Pokalfinale: Die kleinste Profi-Spielerin will den großen Wurf
Während die meisten Volleyball-Profis zwischen 1,75 Meter und über zwei Meter messen, stellt Xiang-Chen Lai (30) mit ihren gerade einmal 1,53 Metern eine absolute Ausnahme dar. Die Libera des VfB Suhl wird am Sonnabend (16 Uhr, Dyn live) in Mannheim gegen den MTV Stuttgart um den Pokal kämpfen und könnte nach 18 Jahren den Titel wieder nach Thüringen bringen.
Taiwanesische Pionierin in der Bundesliga
Seit Sommer 2025 spielt die Nationalspielerin aus Taiwan für den VfB Suhl. Nach ihrer Zeit bei Guangdong Shenzhen Glorious in China ist dies ihre erste Station in Europa. Xiang-Chen Lai ist die erste Spielerin aus Taiwan überhaupt in der deutschen Bundesliga und stammt selbst aus einer Volleyball-Familie.
Warum hat sie sich ausgerechnet für das beschauliche Suhl mit seinen 34.500 Einwohnern entschieden? „Ich habe Suhl gewählt, weil ich glaube, dass es ein großartiges Umfeld für mich ist, um mich weiterzuentwickeln, als Spielerin und als Mensch“, erklärt die 30-Jährige.
Technische Stärke trotz geringer Körpergröße
Trainer László Hollósy (49) schwärmt von seiner Libera: „Sie ist eine technisch starke, schnelle und äußerst stabile Spielerin in der Annahme und Abwehr. Das sind genau die Eigenschaften, die eine Top-Libera auszeichnen. Xiang-Chen hat uns nicht nur mit ihrer Spielintelligenz überzeugt, sondern auch mit ihrer professionellen Einstellung und Präsenz auf dem Feld.“
Im Duell des Bundesliga-Zweiten aus Thüringen gegen den Tabellenführer aus Schwaben könnte diese Stabilität ein entscheidender Faktor sein. Am vergangenen Sonntag gewann Suhl in der Liga in eigener Halle mit 3:2 gegen Stuttgart, doch Hollósy bleibt realistisch: „Aber seien wir ehrlich: Stuttgart ist immer noch der Favorit. Für uns ist es am wichtigsten, dieses Finale zu genießen und ein gutes Spiel zu machen.“
Männerfinale: Lüneburg gegen Friedrichshafen
Bei den Männern treffen ab 19 Uhr (Dyn live) die SVG Lüneburg und der VfB Friedrichshafen aufeinander. Dieses Finale gab es bereits dreimal, wobei stets der einstige Serienmeister vom Bodensee triumphierte. Dem Rekord-Pokalsieger winkt der 18. Cup, für die Lüne-Hünen wäre es der erste Titel überhaupt.
Trainer Stefan Hübner (50) hofft auf die vierte Begegnung als Glücksfall: „Man sagt ja: Alle guten Dinge sind vier. Natürlich träumen alle davon, im Verein, die Fans und das ganze Umfeld. Es wäre für alle schön, etwas für ihr Engagement und ihren Invest zurückzubekommen. Aber ich definiere meine Arbeit nicht über Ergebnisse, es wäre aber natürlich toll, bei so einem Finale mal ganz oben zu stehen.“



