Berliner Volleyballer nach klarer Niederlage in der Königsklasse enttäuscht
Die Stimmung bei den BR Volleys ist nach dem deutlichen Champions-League-Aus gegen den italienischen Titelverteidiger Sir Safety Susa Perugia gedrückt. Vor imposanten 8.553 Zuschauern in der Berliner Max-Schmeling-Halle mussten die Hauptstädter eine klare 0:3-Niederlage (21:25, 19:25, 23:25) hinnehmen und verpassten damit zum zweiten Mal in Folge das Viertelfinale der Königsklasse.
Nationalspieler warnt vor zunehmendem Druck
„Langsam wird die Luft dünn. Wir müssen anfangen, besser zu spielen“, sagte der deutsche Mittelblocker Florian Krage-Brewitz nach der enttäuschenden Leistung. Der Nationalspieler analysierte nüchtern: „In der Liga funktioniert es, aber international merkt man dann doch, dass wir regelmäßig an unsere Grenzen kommen.“ Tatsächlich fehlte den Berlinern am Ende nur ein einziger Satzgewinn oder ein entscheidender Punkt zum Weiterkommen in der prestigeträchtigen europäischen Top-Konkurrenz.
Europäischer Weg führt nun in den CEV Cup
Auf europäischer Bühne geht es für die Volleys dennoch weiter – wenn auch eine Stufe unter der Champions League. Bereits vor der Auslosung betonte Geschäftsführer Kaweh Niroomand die Bedeutung des CEV Cups: „Es ist nicht so, dass das ein zweitklassiger Wettbewerb ist. Es ist ein hochklassiger Wettbewerb, top besetzt.“ Die nächste Herausforderung wartet mit dem italienischen Top-Team Gas Sales Bluenergy Piacenza. Das Hinspiel findet am 4. März in Berlin statt, eine Woche später folgt das Rückspiel in Italien.
Imposante Kulisse, aber deutliche Niederlage
Die 8.553 Fans in der Max-Schmeling-Halle sorgten für eine beeindruckende Atmosphäre, die sogar Perugias Doppel-Weltmeister Simone Giannelli beeindruckte. Auf dem Feld zeigte sich jedoch die deutliche Überlegenheit des aktuell wohl besten Clubteams der Welt. Krage-Brewitz räumte ein: „Es ist kein Drama, dass man gegen die verliert. Aber es ist natürlich ärgerlich, hier dann doch relativ deutlich zu verlieren.“ Besonders schmerzte den Mittelblocker, dass seine Mannschaft in Phasen mithalten konnte, aber dann durch leichte Fehler den Anschluss verlor.
Saisonziele schrumpfen auf Meisterschaft zusammen
Nach dem Pokalaus und nun dem Champions-League-Aus bleibt den Berlinern nur noch ein großes Saisonziel: die deutsche Meisterschaft. Niroomand gestand: „Die Saison ist nicht so, wie wir uns vorgestellt haben. Es bleibt jetzt nur noch die Meisterschaft.“ Die Verletzungssorgen machen die Aufgabe nicht einfacher: „Wir sind natürlich auch geplagt von vielen Verletzungen. Das hat uns heute in der Mitte an allen Ecken und Enden gefehlt.“
Schwierige Ausgangslage in der Bundesliga
Auch die Titelverteidigung auf nationaler Ebene wird kein Selbstläufer. Der Konkurrent SVG Lüneburg führt weiterhin die Tabelle an und dürfte mit breiter Brust in die Playoffs gehen. Die Volleys hatten bereits im Januar auf den enttäuschenden Saisonverlauf reagiert und sich von Trainer Joel Banks getrennt. Mit Interimscoach Alexandre Leal, dem vorherigen Assistenten, will Niroomand nun aber bis Saisonende weitermachen und das Team zur Meisterschaft führen.
Die finanziellen Möglichkeiten in anderen europäischen Ländern machen es den Berlinern schwer, international an der Spitze mitzuspielen. Die regelmäßige Teilnahme am Champions-League-Viertelfinale ist jedoch wichtig, um Top-Spieler in die Hauptstadt zu locken – ein Ziel, das man nun zum zweiten Mal in Folge verpasst hat. Niroomand kündigte an: „Wir werden sicherlich unsere Schlüsse daraus ziehen.“ Die Luft wird dünn, der Druck wächst – für die BR Volleys beginnt jetzt der Kampf um die letzte verbliebene Trophäe.



