Alpiner Weltcup: Emma Aichers Frust im Kugel-Kampf - DSV-Sportchef sieht Kultfigur
Alpiner Weltcup: Aichers Frust im Kugel-Kampf

Alpiner Weltcup: Bittere Nullnummer für Emma Aicher im Kugel-Kampf

Für das deutsche Ski-Juwel Emma Aicher endeten die Tage im italienischen Val di Fassa mit einer bitteren Enttäuschung. Nach vielversprechenden Auftakten in den Abfahrten am Freitag und Samstag scheiterte die 22-jährige Olympia-Silbermedaillengewinnerin am Sonntag im Super-G kläglich. Tief enttäuscht saß Aicher nach ihrem Aus im Zielraum und äußerte sich später im ZDF selbstkritisch: "Ich bin einfach nur angepisst von mir selbst heute".

Kostspieliger Fahrfehler im entscheidenden Moment

Was als möglicher Meilenstein im Kampf um die begehrte Kristallkugel hätte werden können, endete für die deutsche Hoffnungsträgerin mit einer empfindlichen Nullnummer. Ein als "dumm" bezeichneter Fahrfehler an einer Bodenwelle kostete Aicher nicht nur den Lauf, sondern auch wertvolle Punkte im Gesamtweltcup. Die Konsequenz: US-Superstar Mikaela Shiffrin geht mit nun 125 Punkten Vorsprung in die finalen Wochen der Saison und bleibt klare Favoritin auf ihren insgesamt sechsten Triumph im Gesamtweltcup.

Die Situation ist besonders bitter, da Aicher der achtmaligen Weltmeisterin in den vergangenen Wochen immer näher gekommen war. Shiffrin, die mittlerweile fast ausschließlich in technischen Disziplinen antritt, hatte sich sogar kurzfristig entschieden, den Super-G in Val di Fassa zu bestreiten - ein deutliches Zeichen, dass sie die deutsche Herausfordererin ernst nimmt.

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DSV-Sportchef adelt junge Allrounderin zur Kultfigur

Während Aicher mit ihrem Frust kämpft, zeigt sich Wolfgang Maier, der langjährige Sportchef des Deutschen Skiverbands, voll des Lobes für die junge Athletin. "Die Entwicklung kann man nur in höchstem Maße wertschätzen", betonte der 65-Jährige im ZDF. Maier geht sogar noch weiter und bezeichnet Aicher bereits als eine Art Kultfigur im Skisport: "Wenn du das Wort Emma sagst, verbindet jeder Emma Aicher, die Skifahrerin, damit."

Der DSV-Sportchef sieht in Aicher nicht nur für den deutschen Skisport, sondern für die gesamte Sportart einen Glücksfall. "Die Art und Weise, wie sie den Sport repräsentiert, trifft viele Menschen", so Maier, der die Athletin davor warnt, sich im Saisonendspurt zu sehr unter Druck zu setzen.

Knappes Rennen im Abfahrts-Weltcup

Im Abfahrts-Weltcup hat sich das Kräfteverhältnis ebenfalls verschoben. Statt der bei Olympia schwer gestürzten Amerikanerin Lindsey Vonn jagt Aicher nun die Italienerin Laura Pirovano, die mit 28 Punkten Vorsprung führt. Maier relativiert diese Situation jedoch: "Pirovano ist ja auch keine Seriensiegerin", merkte er an und deutete damit an, dass am Ende möglicherweise die Nervenstärke entscheiden könnte.

Fokus auf das Saisonfinale

Vor dem großen Finale in Norwegen stehen noch zwei weitere Wettkämpfe im schwedischen Are auf dem Programm - ein Riesenslalom und ein Slalom. Für Aicher hat dieser Ort besondere Bedeutung, handelt es sich doch um das Geburtsland ihrer Mutter. "Erst mal den Kopf freibekommen - und dann rein in den Endspurt", lautet ihr Motto für die kommenden Wochen.

Die Frage, ob sie die verhängnisvolle Welle in Val di Fassa länger hätte besichtigen sollen, beantwortet die Olympia-Star in gewohnt trockener Art: "Wenn ich länger besichtige, habe ich sowieso nur Scheiße im Kopf." Stattdessen setzt Aicher auf ihr bewährtes Prinzip: Abhaken und dranbleiben. Ob es am Ende doch noch ein furioses Finale im Kugel-Kampf geben wird, bleibt spannend.

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