Abschied vom Profisport: Andreas Sander beendet Skikarriere
Der deutsche Skirennläufer Andreas Sander hat seinen Rücktritt aus dem Profisport bekannt gegeben. Der 36-jährige Sauerländer muss seine Karriere aus gesundheitlichen Gründen beenden, nachdem bei ihm im Sommer 2024 eine mitochondriale Dysfunktion diagnostiziert wurde. Diese Erkrankung der Körperzellen verhindert eine weitere Teilnahme am Weltcup-Niveau.
Gesundheitliche Gründe zwingen zum Karriereende
„Nach meiner Erkrankung habe ich alles versucht, um wieder Leistungssport betreiben zu können“, erklärte Sander in einer Stellungnahme. „Es geht mir mittlerweile im Alltag wieder deutlich besser, aber mein Ziel, Rennen auf Weltcup-Niveau zu fahren, ist nach wie vor nicht möglich. Daher habe ich mich jetzt entschlossen, endgültig einen Schlussstrich unter meine Karriere zu ziehen.“
Sein letztes Weltcup-Rennen bestritt der Athlet bereits im Februar 2024 im norwegischen Kvitfjell. Die mitochondriale Dysfunktion beeinträchtigt die Energieproduktion in den Zellen und macht Hochleistungssport unmöglich.
Eine Karriere mit Höhen und Tiefen
Andreas Sander, der auf der „Teufelswiese“ im Sauerland das Skifahren erlernte, gab sein Weltcup-Debüt vor 18 Jahren als frischgebackener Junioren-Weltmeister im Super-G. Seine Karriere umfasste:
- 197 Weltcup-Starts insgesamt
- 13 Teilnahmen an Weltmeisterschaften
- 5 Olympiateilnahmen
- Nur drei Podiumsplatzierungen im Weltcup
Sein größter Erfolg gelang ihm im Februar 2021 in Cortina d'Ampezzo, wo er völlig überraschend die WM-Silbermedaille in der Abfahrt gewann. Nur eine Hundertstelsekunde trennte ihn damals vom österreichischen Sieger Vincent Kriechmayr.
Historische Momente und Teamleistungen
Besonders erwähnenswert ist das Weltcup-Finale 2023, wo Sander gemeinsam mit seinem Teamkollegen Romed Baumann einen seltenen deutschen Erfolg erzielte. Die beiden belegten in der Abfahrt die Plätze zwei und drei – erstmals nach 31 Jahren standen damit wieder zwei Deutsche auf dem Siegerpodest eines Weltcup-Rennens.
Zehn Tage zuvor war Sander beim Super-G in Aspen, USA, als Zweiter erstmals aufs Podium gefahren. Diese beiden Podestplätze blieben seine einzigen in der Weltcup-Karriere.
Würdigung durch den Deutschen Skiverband
DSV-Sportvorstand Wolfgang Maier würdigte Sanders Beitrag zum deutschen Skisport: „Auch wenn Andi der ganz große Sieg um nur eine Hundertstelsekunde nicht vergönnt war, so hat er über viele Jahre mit seinen Erfolgen und seiner Konstanz die DSV-Speed-Mannschaft geprägt. Andi war eine tragende Säule als Sportler und Mensch der Mannschaft.“
Mit dem Rücktritt von Andreas Sander verliert der deutsche Skisport einen erfahrenen Athleten, der trotz gesundheitlicher Herausforderungen bis zuletzt um seine Rückkehr in den Weltcup kämpfte. Seine WM-Silbermedaille 2021 bleibt als Höhepunkt einer Karriere in Erinnerung, die durch Disziplin und Teamgeist geprägt war.



