Norwegischer Biathlet Martin Uldal meutert gegen Verband: Fühlt sich betrogen
Biathlet Uldal meutert: Fühlt sich von Verband betrogen

Norwegischer Biathlet Martin Uldal meutert gegen eigenen Verband

In der norwegischen Biathlon-Nationalmannschaft brodelt es gewaltig. Nach den jüngsten Turbulenzen um Sturla Holm Lägreid erhebt nun ein weiterer Athlet schwere Vorwürfe gegen die Verbandsverantwortlichen. Martin Uldal wurde nicht für den Sprint am Freitag und die Verfolgung am Sonntag nominiert - eine Entscheidung, die er nicht akzeptieren will.

Uldal fühlt sich unfair behandelt und betrogen

„Ich denke, das ist einfach nicht in Ordnung. Ich fühle mich ziemlich unfair behandelt und finde, dass das auf eine ziemlich schlechte Art und Weise gemacht wird“, zitiert das norwegische Boulevard-Medium Verdens Gang den verärgerten Biathleten. Uldal betont weiter: „Ich finde, ich habe einen Platz in diesem Sprintteam verdient.“ Besonders schmerzt ihn das Gefühl, betrogen worden zu sein.

Die norwegischen Verantwortlichen vergaben die vier Startplätze an Johan-Olav Botn, Johannes Dale-Skjevdal, Vetle Sjastad Christiansen sowie Sturla Holm Lägreid. Ausgerechnet Gesamtweltcupsieger Lägreid galt als Wackelkandidat, da er in diesem Winter lange nicht in Schwung gekommen war und kein einziges Weltcup-Podium erreicht hatte.

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Leistungsvergleich spricht für Uldal

Anders präsentiert sich die Bilanz von Martin Uldal. In dieser Saison sammelte der Norweger drei Podestplätze in Einzeldisziplinen - je einen davon im Sprint und der Verfolgung. Aktuell belegt er Platz 13 im Gesamtweltcup, während seine nominierten Teamkollegen Botn (Platz 4), Skjevdal (6), Christiansen (9) und Lägreid (11) vor ihm liegen.

„Die Gespräche und Botschaften, die es vor den Olympischen Spielen gegeben hatte, haben mir den Eindruck vermittelt, dass ich, wenn es so laufen würde wie jetzt, dabei sein würde“, erklärt Uldal gegenüber dem norwegischen Sender NRK. Seine Nicht-Nominierung bezeichnet er als „ärgerlich und verrückt“.

Trainer begründet Entscheidung mit Lägreids Einzel-Bronze

Nationaltrainer Per-Arne Botnan verteidigt die umstrittene Entscheidung. Im Gespräch mit NRK erklärt er: „Wir haben eine klare Botschaft gesendet, dass Sturla, wenn er Kandidat sein will, das Podium erreichen muss. Das hat er geschafft.“ Lägreids dritter Platz im Einzel sei der wesentliche Faktor für seine Nominierung gewesen.

„Am Ende ging es um Sturla oder Martin und die Wahl fiel auf Sturla, einen Medaillengewinner“, so Botnan weiter. Der Trainer weist Uldals Kritik zurück: Er verstehe zwar die Enttäuschung, von Ungerechtigkeit könne aber keine Rede sein. Auch den Vorwurf falscher Kommunikation könne er nicht nachvollziehen.

Experten zeigen Verständnis für beide Seiten

Prominente norwegische Biathlon-Experten nehmen in der hitzigen Debatte differenzierte Positionen ein. Die ehemalige Top-Biathletin Marte Olsbu Roiseland äußert Verständnis für beide Seiten: „Es ist schwer, jemanden abzulehnen, der bereits Medaillen bei den Olympischen Spielen gewonnen hat. Aber ich verstehe auch, dass Martin enttäuscht ist. Er hatte Podestplätze in diesen Disziplinen.“

Ihre Weggefährtin Tiril Eckhoff betont die Undankbarkeit der Entscheidungssituation: „Ich habe Mitleid mit ihm. Einer musste den schwarzen Peter bekommen und jetzt war es eben Martin. Sport ist brutal.“

Uldal bleibt bei seiner kritischen Haltung: Aus seiner Sicht sei es „sehr falsch, dass das eine Rennen über die Normaldistanz so stark gewichtet wird“. Der Konflikt zeigt, wie emotional und komplex Nominierungsentscheidungen im Spitzensport sein können - besonders wenn es um die begehrten Olympia-Startplätze geht.

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