Deutscher Biathlon-Boss spricht von 'Hassnachrichten' und kündigt Wechsel an
Die deutschen Biathleten haben bei den Olympischen Winterspielen bislang enttäuscht. Bis auf Bronze in der Mixed-Staffel gab es für das Team nur enttäuschende Ergebnisse ohne Edelmetall. Sportdirektor Felix Bitterling prangert nun öffentlich an, dass das Team und er persönlich zunehmend 'Hassnachrichten' erhalten hätten.
'Unter der Gürtellinie': Bitterling kritisiert Umgangston
Im ZDF-Interview sagte der 44-jährige Sportdirektor vor dem Massenstart der Herren: 'Was sicher nicht hilft, ist, und es nimmt leider zu, dass bei dem kleinsten Misserfolg Hunderte von Hassnachrichten auf diese Mannschaft einprasseln, zu mir, zu den Athleten in allererster Linie. Das ist total inakzeptabel.'
Dies sei, fügte Bitterling an, 'wirklich unter der Gürtellinie. Wir reden hier über Sport und es sollte auch Sport bleiben. Man kann uns gerne kritisieren für das, was wir nicht gut machen, aber bitte auf einem gewissen Niveau.'
Medaillenhoffnung und mentale Herausforderungen
Die letzte Medaillenhoffnung besteht beim morgigen Massenstart der Damen. Es droht das schlechteste Abschneiden der deutschen Biathleten bei Olympischen Winterspielen jemals. Seit 1992 gab es immer mindestens zweimal Edelmetall für das deutsche Team.
Auf die Frage, ob den DSV-Athleten der letzte Biss fehle, antwortete der Biathlon-Boss: 'Das kann ich ganz klar verneinen. Alle Athleten, alle Betreuer hängen sich mit allem rein und wollen Top-Leistungen erzielen. Wo wir uns verbessern müssen, ist der mentale Bereich. Also nicht nur das Vorhaben, sondern auch das Handwerkszeug zu haben, abliefern zu können.'
Wechsel zum Weltverband IBU
Parallel zu den aktuellen Herausforderungen wurde bekannt, dass Sportdirektor Felix Bitterling nach der Saison zum Weltverband IBU wechseln wird. Dieser Schritt markiert einen bedeutenden Karriereschritt für den erfahrenen Sportfunktionär, der sich in den letzten Jahren als zentrale Figur im deutschen Biathlon etabliert hat.
Die Kombination aus sportlicher Enttäuschung bei Olympia, der öffentlichen Kritik an Hassnachrichten und dem bevorstehenden Wechsel des Sportdirektors sorgt für eine angespannte Stimmung im deutschen Biathlon-Lager. Die kommenden Tage werden zeigen, ob die deutschen Athleten noch eine positive Wendung in ihrer Olympia-Bilanz erreichen können.



