Spektakulärer Trainerwechsel im Biathlon-Zirkus
Im internationalen Biathlon deutet sich ein personeller Erdrutsch an, der die Kräfteverhältnisse nachhaltig verschieben könnte. Siegfried Mazet, der als Schießtrainer maßgeblich für die norwegische Erfolgsserie der vergangenen Jahre verantwortlich zeichnet, soll zur kommenden Saison die Seiten wechseln und sich dem französischen Verband anschließen.
Vater der norwegischen Dominanz
Der 48-jährige Franzose gilt seit seinem Eintritt in den norwegischen Verband im Jahr 2016 als architektonischer Vater der beispiellosen Erfolgsära. Unter seiner Anleitung sammelte das norwegische Team mehr als 150 Weltcup-Siege und über 40 Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Mazet entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der angesehensten und gefragtesten Schießtrainer der gesamten Biathlon-Welt.
Wechsel steht offenbar bevor
Die französische Sportzeitung L'Équipe berichtet, dass der Wechsel bereits so gut wie beschlossen sei. Die offizielle Bestätigung werde in wenigen Wochen erwartet. Mazet hatte bereits zu Beginn der laufenden Saison 2025/26 angekündigt, seine Tätigkeit in Norwegen beenden zu wollen. Diese Ankündigung fiel zeitlich mit den Personalplänen des französischen Verbandes zusammen, der frühzeitig kommunizierte, dass die Trainer Jean-Pierre Amat und Jean-Paul Giachino ihre Posten zum Saisonende räumen werden.
Attraktive Perspektiven in Frankreich
Der Wechsel bietet Mazet mehrere verlockende Perspektiven. Zum einen trifft er in seiner Heimat auf ein Team, das bereits als internationaler Maßstab gilt. Mit Athletinnen wie Julia Simon und Lou Jeanmonnot sowie Athleten wie Quentin Fillon Maillet und Éric Perrot hat Frankreich bei den letzten Olympischen Winterspielen demonstriert, dass es die internationale Konkurrenz derzeit dominiert. Zum anderen warten mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2030 Heimspiele auf Frankreich – eine Perspektive, die Mazet nach eigenen Aussagen besonders reizt.
Folgen für die Biathlon-Landschaft
Dieser Wechsel könnte die internationale Biathlon-Landschaft nachhaltig verändern:
- Norwegen verliert den strategischen Kopf hinter seiner jahrelangen Dominanz
- Frankreich gewinnt einen Trainer mit einzigartiger Erfolgsbilanz genau zur richtigen Zeit
- Die französische Mannschaft könnte ihre derzeitige Spitzenposition weiter ausbauen
- Die Konkurrenz muss sich auf veränderte Trainingsmethoden und Taktiken einstellen
Seit der Ankündigung der personellen Veränderungen im französischen Verband kursierten bereits Spekulationen über eine mögliche Rückkehr Mazets in seine Heimat. Nun scheinen sich diese Gerüchte zu bewahrheiten. Der Biathlon-Welt bleibt gespannt, welche neuen Impulse Mazet dem bereits starken französischen Team geben wird und wie Norwegen diesen Verlust kompensieren kann.



