Deutsches Biathlon-Talent will Fehler ausbügeln
Die deutsche Biathletin Marlene Fichtner (22) steht vor einer wichtigen Bewährungsprobe. Nach ihren herausragenden Einzelleistungen in Kontiolahti mit Platz 4 und 5 – ihren bisher besten Weltcup-Resultaten – folgte ein herber Rückschlag in der Damen-Staffel. Wegen eines Regelverstoßes kassierte Fichtner eine Zwei-Minuten-Strafe, was das deutsche Team auf den historisch schlechtesten 16. Platz zurückwarf.
Vollstärke in Estland mit Rückkehrer Strelow
In Otepää (Estland) startet am Donnerstag die vorletzte Weltcup-Station dieser Biathlon-Saison vom 12. bis 15. März. Das deutsche Team kann dort erstmals seit längerer Zeit wieder in voller Stärke antreten. Besonders erfreulich ist die Rückkehr von Justus Strelow bei den Männern. Der 29-jährige Routinier hatte sich bei einem Trainingssturz den kleinen Finger gebrochen und musste eine verletzungsbedingte Zwangspause einlegen, ist nun aber wieder einsatzbereit.
Neben Strelow gehören Lucas Fratzscher, Philipp Horn, Philipp Nawrath, Leonhard Pfund und David Zobel zum deutschen Männer-Aufgebot. Bei den Frauen rückt Julia Kink für die weiterhin krankheitsbedingt pausierende Anna Weidel in den Kader. Weidel soll jedoch zum Weltcup-Finale in Oslo eine Woche später wieder fit sein. Das Damen-Aufgebot wird komplettiert durch Selina Grotian, Janina Hettich-Walz, Julia Tannheimer und Vanessa Voigt.
Kampf um Nationencup-Platz fünf
DSV-Sportdirektor Felix Bitterling äußert sich besorgt über die aktuelle Situation: „Natürlich hat uns das Vorkommnis in der Damenstaffel mit der Zeitstrafe sehr wehgetan. Das hat uns in diesem Rennen deutlich zurückgeworfen.“ Die Konsequenzen sind gravierend: Deutschland liegt als Fünfter der Nationenwertung mit 4759 Punkten nur knapp vor Finnland (4668) und Tschechien (4666).
Bitterling betont die Bedeutung der verbleibenden Wettkämpfe: „Für die beiden verbleibenden Weltcups und damit auch mit Blick auf die Nationencup-Gesamtwertung der Damen bedeutet das nun eine sehr enge Situation. Eines der großen Ziele für die restliche Saison wird deshalb sein, Rang fünf im Nationencup zu verteidigen, und damit die sechs Startplätze für die kommende Saison zu sichern.“
Fichtner selbst zeigt sich motiviert, ihren Fehler auszubügeln und an ihre starken Einzelleistungen anzuknüpfen. Die junge Athletin, die als großes Talent des deutschen Biathlons gilt, will in Estland nicht nur persönliche Erfolge einfahren, sondern auch zum Erhalt der wichtigen Nationencup-Position beitragen. Die kommenden Tage werden zeigen, ob ihr die Wiedergutmachung gelingt und das deutsche Team seine Startplatzgarantie für die nächste Saison verteidigen kann.



