Olympia-Thriller: Deutsche Mixed-Staffel holt Bronze trotz Preuß-Patzer
Bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Norditalien hat das deutsche Biathlon-Team einen spektakulären Auftakt hingelegt. Die Mixed-Staffel mit Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß erkämpfte sich in Antholz die Bronzemedaille. Dies ist die erste Medaille für Deutschland im Biathlon-Mixed und bereits die zweite bei diesen Spielen insgesamt.
Ein nervenaufreibendes Rennen bis zur letzten Sekunde
Das Rennen entwickelte sich von Beginn an zu einem packenden Krimi. Startläufer Justus Strelow, der sein erstes Olympia-Rennen überhaupt bestritt, zeigte zwei makellose Schießeinlagen und übergab als Vierter mit nur zwölf Sekunden Rückstand. Philipp Nawrath setzte dann mit einem überragenden Lauf und erneut fehlerfreiem Schießen einen starken Akzent und brachte Deutschland bis auf Rang zwei nach vorne.
Vanessa Voigt hielt die Spitzenposition mit weiteren fehlerfreien Schüssen, ehe die Spannung im letzten Schießen ihren Höhepunkt erreichte. Franziska Preuß, die Gesamtweltcupsiegerin, leistete sich beim entscheidenden Stehendanschlag eine Strafrunde. Doch parallel dazu musste das norwegische Team gleich zwei Strafrunden absolvieren, was den deutschen Athleten trotz des Patzers noch den dritten Platz sicherte.
Emotionale Reaktionen nach dem Zieleinlauf
„Die Drei vor mir haben einen grandiosen Job gemacht, das hat uns heute wirklich gerettet. Mein Stehendschießen war nicht das Gelbe vom Ei, ich habe wirklich mit der Nähmaschine gekämpft“, gestand Franziska Preuß im ZDF-Interview. Dennoch zeigte sich die Deutsche über den Teamerfolg begeistert: „Die Mixed-Staffel-Medaille ist so wahnsinnig schwer zu gewinnen, weil es so viele starke Teams gibt. Deswegen ist es schon wirklich sehr besonders.“
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verfolgte das Rennen vor Ort und konnte den deutschen Erfolg live miterleben. Für das DSV-Team bedeutete der dritte Platz eine deutliche Steigerung gegenüber den vorherigen Olympischen Spielen:
- In Peking 2022 belegte Deutschland Platz fünf
- 2018 in Pyeongchang erreichte das Team Rang vier
- Nun endlich der ersehnte Podestplatz
Die Schießbilanz der deutschen Staffel
Insgesamt zeigte die deutsche Mannschaft eine bemerkenswerte Leistung am Schießstand:
- Justus Strelow: Zwei fehlerfreie Schießeinlagen
- Philipp Nawrath: Zwei fehlerfreie Schießeinlagen
- Vanessa Voigt: Zwei fehlerfreie Schießeinlagen
- Franziska Preuß: Eine Strafrunde im letzten Schießen
Die Gesamtbilanz wies damit eine Strafrunde und drei Nachlader auf. Zu den siegreichen Franzosen fehlten am Ende 1:05,3 Minuten, während das deutsche Quartett 31,9 Sekunden Vorsprung vor dem viertplatzierten Norwegen herauslief.
Ausblick auf weitere Medaillenchancen
Für Franziska Preuß, die kurz vor den Spielen ihr Karriereende für das Saisonende angekündigt hatte, war die Mixed-Staffel das erste Rennen ihrer Abschiedstournee. In Antholz bleiben der Deutschen noch fünf weitere Medaillenchancen. Die nächste Gelegenheit bietet sich bereits am Mittwoch mit dem Einzel über 15 Kilometer.
Die Männer sind einen Tag zuvor in ihrem ersten olympischen Individual-Rennen gefordert. Der frühe Erfolg der Mixed-Staffel könnte sich als wichtiger Motivationsschub für das gesamte deutsche Biathlon-Team erweisen und die weiteren Wettkämpfe positiv beeinflussen.
Die Goldmedaille sicherte sich das französische Quartett trotz sieben Nachladern, Silber ging an die italienischen Gastgeber mit fünf Nachladern. Die deutsche Bronzemedaille markiert einen gelungenen Start in die Biathlon-Wettkämpfe bei den Olympischen Winterspielen 2026 und lässt auf weitere erfolgreiche Tage für das DSV-Team hoffen.



