Deutsche Biathleten starten mit reduziertem Kader in finnischen Weltcup
Nach den Olympischen Winterspielen geht die Biathlon-Saison für den Deutschen Skiverband (DSV) mit einem dezimierten Team weiter. Beim Weltcup im finnischen Kontiolahti müssen die deutschen Starterinnen und Starter auf zwei wichtige Athleten verzichten, was zu einer deutlich kleineren Mannschaft führt.
Verletzung und Erkrankung zwingen zu personellen Veränderungen
Der 29-jährige Justus Strelow, eine feste Größe im deutschen Biathlon-Team, wird die Wettkämpfe in dieser Woche nicht bestreiten können. Der Athlet hat sich einen Finger gebrochen und muss pausieren. Bei den Frauen fehlt zudem Anna Weidel, die erkrankt ist. Diese beiden Ausfälle kommen zum bereits bekannten Rücktritt von Franziska Preuß hinzu, was die personelle Situation zusätzlich verschärft.
In der Folge startet der DSV in Kontiolahti mit lediglich zehn Athletinnen und Athleten. Im Frauen-Team gehen Vanessa Voigt, Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Julia Tannheimer und Marlene Fichtner an den Start. Bei den Männern vertreten Philipp Horn, Philipp Nawrath, David Zobel, Lucas Fratzscher und Leo Pfund die deutschen Farben.
Sportdirektor Bitterling plant Rückkehr zur vollen Stärke
DSV-Sportdirektor Felix Bitterling zeigte sich zuversichtlich, dass diese personelle Engphase nur vorübergehend ist. „Beim nächsten Weltcup in Otepää in Estland werden wir wieder in voller Teamstärke antreten und entsprechend nachnominieren“, kündigte Bitterling an. Der Sportchef betonte damit die Absicht, schnellstmöglich wieder mit einem kompletten Kader in den Wettkampf zu gehen.
Olympia-Analyse: Kritik, aber keine Weltuntergangsstimmung
Vor dem Start der Wettkämpfe von Donnerstag bis Sonntag nahm Bitterling noch einmal Stellung zu den enttäuschenden Ergebnissen bei den Olympischen Winterspielen. Dort hatte das deutsche Team lediglich eine Bronzemedaille in der Mixed-Staffel gewonnen. „Mit nur einer Medaille können und wollen wir im deutschen Biathlon nicht zufrieden sein“, stellte der Sportdirektor klar.
Gleichzeitig wies Bitterling überzogene Kritik zurück: „Trotzdem teilen wir die teilweise sehr zugespitzte Weltuntergangsstimmung rund um den deutschen Biathlon nicht. Wir haben bei Olympia viele starke Leistungen gesehen, mehrere Ergebnisse lagen nur sehr knapp an den Medaillen vorbei. Solche Leistungen muss man erst einmal abrufen, darauf gilt es aufzubauen.“ Die analytische Aufarbeitung der Olympia-Ergebnisse habe bereits begonnen, so Bitterling weiter.
Der Weltcup in Kontiolahti markiert damit nicht nur den Neustart nach Olympia, sondern auch eine Phase der Neuorientierung für den deutschen Biathlon. Mit reduziertem Team, aber dem klaren Ziel, schnell wieder zur gewohnten Stärke zurückzufinden, beginnt für die DSV-Athleten der Saisonendspurt.



