Skiflug-Sensation in Norwegen: Embacher düpiert den Favoriten Prevc
Beim Skifliegen im norwegischen Vikersund hat sich eine bemerkenswerte Überraschung ereignet. Der österreichische Junioren-Weltmeister Stephan Embacher feierte seinen ersten Weltcup-Sieg und ließ dabei den dominierenden Slowenen Domen Prevc deutlich hinter sich. Bereits bei den vorherigen Skiflug-Wettbewerben am Kulm hatte Embacher gezeigt, dass er dem Favoriten gefährlich werden kann, doch in Vikersund schlug er nun voll zu.
Embacher führt von Beginn an und setzt sich durch
Der ÖSV-Adler übernahm bereits nach dem ersten Durchgang die Führung und baute diese mit starken Flügen auf 232,0 und 225,0 Metern aus. Mit einer Gesamtpunktzahl von 459,1 Punkten sicherte er sich den Sieg souverän. Auf den Plätzen zwei und drei landeten der Japaner Tomofumi Naito (446,8 Punkte) und der Norweger Johann Andre Forfang (443,7 Punkte).
Der amtierende Skiflug-Weltmeister Domen Prevc musste sich hingegen mit dem enttäuschenden fünften Rang begnügen. Der Slowene erwischte einen für seine Verhältnisse schwachen Tag und präsentierte zwei wackelige Flüge auf lediglich 211,0 und 218,5 Metern. Damit verpasste er klar die erwartete Podestplatzierung.
Deutsche Springer zeigen sich in guter Form
Aus deutscher Sicht verlief das viertletzte Einzelfliegen der Saison durchaus positiv. Überraschend gut schnitten die lange Zeit kriselnden Andreas Wellinger und Karl Geiger ab. Beide meisterten die Herausforderungen der riesigen Skiflugschanze in Norwegen nahezu fehlerfrei und wurden mit den Plätzen sieben und neun belohnt.
Für Wellinger, der im Vorjahr an gleicher Stelle seinen bislang letzten Weltcupsieg gefeiert hatte, bedeuteten die Flüge auf 227,0 und 219,0 Metern das drittbeste Saisonergebnis. Karl Geiger, ehemaliger Skiflug-Weltmeister, verbuchte sogar sein zweitbestes Resultat in dieser Saison. „Die Saison ist holprig, aber mir macht das Fliegen einfach immer Spaß“, kommentierte Wellinger seine Leistung im ZDF.
Auch Geiger zeigte sich nach seinen Sprüngen auf 223,0 und 218,0 Metern begeistert: „Ich war davor ziemlich an der 200er-Marke am rumkrebsen und das erfüllt einen nicht mit Freude auf der Schanze. Daher bin ich mit den Flügen richtig happy. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, Top 10 habe ich noch nicht so oft gemacht in dieser Saison“, resümierte der Oberstorfer.
Raimund verbessert persönliche Bestmarke
Olympiasieger Philipp Raimund musste sich mit dem 18. Platz zufriedengeben, konnte aber im zweiten Durchgang immerhin seine persönliche Bestweite auf 225,5 Meter verbessern. Eine Woche zuvor hatte Raimund in Oslo aufgrund schwieriger Windverhältnisse sogar einen Start verweigert.
Bundestrainer Stefan Horngacher zeigte sich dennoch zufrieden mit der Leistung seines Schützlings: „Philipp muss nicht unzufrieden sein, es fehlt nicht viel“. Weitere deutsche Teilnehmer waren Pius Paschke auf Rang 26 sowie Luca Roth (31.) und Ben Bayer (38.), die den zweiten Durchgang verpassten.
Ausblick auf das zweite Einzelfliegen
Am Sonntag findet in Vikersund das zweite Einzelfliegen statt. Die Wettkämpfe beginnen um 17:15 Uhr und versprechen erneut spannende Duelle auf der größten Skiflugschanze der Welt. Nach Embachers überzeugendem Auftakt wird besonders interessant sein, ob der Österreicher seine starke Form bestätigen kann oder ob Domen Prevc zurück in gewohnter Stärke schlägt.



