Deutsche Fahnenträger kritisieren Eröffnungsfeier der Winter-Paralympics als enttäuschend
Fahnenträger kritisieren Paralympics-Eröffnung als enttäuschend

Deutsche Fahnenträger äußern deutliche Kritik an Paralympics-Eröffnung

Am Freitagabend werden die Winter-Paralympics in Italien offiziell eröffnet. Die feierliche Zeremonie im Amphitheater von Verona sollte eigentlich ein absolutes Highlight für Athleten und Zuschauer sein. Doch in diesem Jahr ist die Stimmung getrübt, und die deutschen Fahnenträger Monoskifahrerin Anna-Lena Forster (30) und Para-Eishockey-Legende Jörg Wedde (60) haben deutliche Kritik geäußert.

Umstrittener IPC-Beschluss spaltet paralympische Familie

Hintergrund der angespannten Situation ist ein kontroverser Beschluss des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) vom September 2025. Das Komitee hob die Sanktionen gegen Russland und Belarus vollständig auf, die seit dem Angriff auf die Ukraine galten. Die russischen und belarussischen Komitees wurden wieder als Vollmitglieder aufgenommen, was ihren Athleten die reguläre Teilnahme in Italien inklusive Flagge und Hymne ermöglicht.

Dieser Entscheid hat die paralympische Gemeinschaft tief gespalten. Neben der Ukraine haben zahlreiche Nationen angekündigt, der Eröffnungsfeier fernzubleiben, darunter Lettland, Estland, Litauen, Polen, Finnland, Kanada, die Niederlande, Tschechien und Deutschland. Weder Sportler noch Offizielle oder Politiker dieser Länder beabsichtigen, an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

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Fahnenträger kritisieren vorab aufgezeichnete Zeremonie

Trotz der angespannten Lage gab der Deutsche Behindertensportverband (DBS) am Donnerstag offiziell seine beiden Fahnenträger bekannt. Beide Athleten zeigten sich zwar über die Nominierung erfreut, äußerten aber gleichzeitig heftige Kritik an der Organisation der Eröffnungsfeier.

Anna-Lena Forster erklärte: „Ich kenne das von den anderen Spielen natürlich ganz anders. Ich bin immer mit ins Stadion eingelaufen und das ist ein ganz anderes Feeling. An der Stelle möchte ich auch Kritik an den Veranstaltern äußern, dass ich es sehr schade finde, dass man es hier nicht geschafft hat, wie bei Olympia zeitgleich eine Eröffnungsfeier in allen Dörfern inklusive eines Einmarsches zu organisieren. Mit solchen vorab aufgezeichneten Videos geht schon sehr viel Stimmung verloren.“

„Wie ein Passbild am Bahnhof“

Die Sportler mussten bereits am Dienstag im sogenannten „Pre-Recording“ gute Stimmung vorspielen. Jörg Wedde verglich diese ungewöhnliche Video-Produktion mit einem Besuch im Fotoautomaten: „Das war so, als ob man am Bahnhof in einen Fotoautomaten hineingeht und dort ein Passbild macht. Dabei soll man möglichst ein geometrisches Bild hinbekommen und nicht grinsen. Und hier war es ähnlich. Man sollte Emotionen zeigen, wie beim Einlaufen. Ich hätte es auch besser gefunden, wenn sie uns live zugeschaltet hätten.“

Die Abschlussfeier am 15. März findet in Cortina d’Ampezzo statt und wird erneut mit russischen Athleten und russischen Fahnen durchgeführt. Ob deutsche Sportler an dieser Zeremonie vor Ort teilnehmen werden, steht bisher nicht fest.

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