Frühes Aus bei Olympia: Fabian Gratz nach Riesenslalom-Debakel tief enttäuscht
Der deutsche Skirennfahrer Fabian Gratz hat bei den Olympischen Winterspielen in Bormio eine schmerzhafte Niederlage einstecken müssen. Im Riesenslalom auf der anspruchsvollen Pista Stelvio schied der 28-Jährige bereits im zweiten Durchgang nach einem folgenschweren Fahrfehler aus, obwohl er zuvor mit Außenseiterchancen auf eine Medaille gestartet war.
Bronze in Reichweite – dann das plötzliche Aus
Nach dem ersten Durchgang belegte Gratz als Zehnter eine solide Position und lag nur 0,71 Sekunden hinter dem Bronzerang. Diese Ausgangslage nährte Hoffnungen auf eine mögliche Überraschung. "Du fokussierst dich so lange und dann ist es so schnell vorbei, das tut extrem weh", beschrieb der sichtlich enttäuschte Athlet seine Gefühle im Anschluss. Besonders bitter: "Vor allem dann, wenn sich das Rennen Olympia nennt."
Im zweiten Lauf versuchte Gratz, durch eine aggressivere Linienwahl Zeit gutzumachen. "Vielleicht bin ich es zu direkt angegangen", räumte er selbstkritisch ein. Der Versuch, eine direktere Linie zu wählen, endete jedoch bereits nach wenigen Toren mit einem Sturz, der alle Medaillenträume abrupt beendete.
Ungewisse Zukunft: Slalom-Start noch offen
Ob Gratz am kommenden Montag auch im olympischen Slalom antreten wird, steht derzeit noch in den Sternen. "Ich werde mit den Trainern sprechen, was unser Plan ist", erklärte der Deutsche nach dem Rennen. "Dann schauen wir mal, ob ich am Montag da bin." Die Entscheidung über einen Start im technischen Wettbewerb wird also erst nach weiteren Absprachen im Team fallen.
Teamkollegen zeigen sich zufriedener
Während Gratz mit seinem Aus haderte, zeigten sich seine deutschen Teamkollegen mit ihren Leistungen deutlich zufriedener. Alexander Schmid verbesserte sich im zweiten Durchgang von Rang 20 auf Platz 13 und äußerte sich positiv: "Ich habe mir vorgenommen, deutlich aktiver Ski zu fahren. Unter dem Strich muss ich sehr zufrieden sein."
Anton Grammel landete auf dem 15. Platz und bezeichnete sich selbst als "halbwegs zufrieden", gab aber gleichzeitig zu bedenken: "Bei Olympia bringt einem das natürlich nicht viel." Für ein wirklich zufriedenstellendes Ergebnis, so der 27-Jährige, "hätte es schon ein deutlich besseres Ergebnis gebraucht."
Historischer Olympiasieg für Brasilien
Das Rennen selbst schrieb olympische Geschichte: Der gebürtige Norweger Lucas Pinheiro Braathen sicherte sich für Brasilien das erste Gold bei Winterspielen überhaupt. Dieser historische Triumph unterstrich die internationale Konkurrenzfähigkeit im Ski Alpin und setzte einen besonderen Akzent auf die Wettkämpfe in Bormio.
Für das deutsche Team bleibt die Enttäuschung über das frühe Aus von Fabian Gratz jedoch präsent. Der Skirennfahrer muss nun die schmerzhafte Erfahrung verarbeiten und sich auf mögliche weitere Starts bei diesen Olympischen Spielen vorbereiten.



