Rodel-Legende Georg Hackl poltert gegen Deutschland: 'Heute sind wir die Bananenrepublik'
Bei der deutschen Rodel-Ikone Georg Hackl hat sich offensichtlich viel Frust angestaut. Der dreifache Olympiasieger schimpft in einem aktuellen Interview über die 'Bananenrepublik' Deutschland und lobt zugleich die rechte Regierung Italiens unter Giorgia Meloni. Seine Kritik richtet sich zwar primär auf seinen Sport, geht aber deutlich darüber hinaus.
Hackl beendet Trainerkarriere mit politischem Statement
Der 59-jährige Georg Hackl, der jüngst seine Trainerkarriere beendete, äußerte sich in der Münchner Abendzeitung nachhaltig unzufrieden mit der deutschen Politik. Der langjährige Bundeswehrsoldat bemängelt fehlende Führungsstärke und ausbleibenden Fortschritt. 'Das ist Führungsstärke, die ich in Deutschland so sehr vermisse, in dieser Regierung schon wieder, wie in der letzten und vorletzten', erklärte Hackl mit Blick auf Italien.
Dort hatte die Regierung für die Olympischen Winterspiele in Cortina d'Ampezzo in kürzester Zeit eine moderne Rodelbahn errichtet. Hackl lobte dieses Projekt ausdrücklich und nutzte die Gelegenheit für einen Seitenhieb auf deutsche Verhältnisse.
Kritik an deutschen Bauprojekten und politischer Führung
Während Hackl damit die Kabinette von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sowie seiner Vorgänger Olaf Scholz und Angela Merkel kritisierte, zog er einen historischen Vergleich: 'Früher haben wir Deutschen die Italiener belächelt – heute sind wir die Bananenrepublik, die nichts mehr auf die Reihe kriegt.'
Der Olympiasieger führte mehrere Bauprojekte als Beispiele für deutsche Trägheit an:
- Den verspätet fertiggestellten Berliner Flughafen BER
- Den Stuttgarter Bahnhof, der nicht realisiert wurde
- Die immer noch nicht reparierte Brücke in Dresden
- Die zerstörte Rodelbahn in Königssee
Besonders die Situation in Königssee treibt den Rodel-Experten um. Nach schweren Unwettern und Murenabgängen im Juli 2021 ist die Bahn im Berchtesgadener Land seit fünf Jahren nicht nutzbar. 'Da muss man nicht die ganze Bahn neu bauen, da geht es um ein, zwei Kurven – und nach fünf Jahren rodeln wir immer noch nicht!', empört sich Hackl.
Lob für Italien und internationale Reaktionen
Hackl sprach 'in aller Form ein großes Kompliment' an die italienische Regierung aus, die innerhalb eines Jahres eine Rodelbahn errichtet habe. Sogar Infrastrukturminister Matteo Salvini, Melonis Stellvertreter, habe sich vor Ort gezeigt – getarnt als Volunteer. 'Ich hab' ihm ein Daumen-hoch gegeben', berichtete Hackl.
Die deutsche Bau-Trägheit werde international mittlerweile belächelt, so Hackls Einschätzung. 'Die lachen uns mittlerweile aus', befand der erfahrene Trainer, der zuletzt für den Österreichischen Rodelverband arbeitete.
Ungewisse Zukunft für deutschen Rodelsport
Zum Abschluss seines Statements zeichnete Hackl ein düsteres Bild: 'Wann am Königssee wieder gerodelt wird, steht noch völlig in den Sternen - weil Deutschland nichts mehr kann. Wollen wir, dass das so weiter geht? So, das war mein politisches Statement.'
Welche konkreten politischen Lösungen Hackl vorschweben, ließ er offen. Der dreifache Olympiasieger, der als Sportler drei Goldmedaillen gewann und jahrelang als Trainer für deutsche Rennrodler im Einsatz war, beendet damit seine aktive Laufbahn mit einem deutlichen Appell an die deutsche Politik und Verwaltung.



