Bronze statt Gold: Hase/Volodin holen historische Medaille bei Olympia
Minerva Hase und Nikita Volodin haben bei den Olympischen Winterspielen in Italien eine Bronzemedaille im Paarlauf gewonnen. Nach einem fehlerfreien Kurzprogramm lagen die deutschen Meister noch in Führung, doch in der Kür unterliefen ihnen einige Patzer, die den Olympiasieg kosteten. Dennoch strahlten die beiden bei der Siegerehrung über ihren bislang größten Karriereerfolg.
Gold war greifbar, aber Druck zu groß
Mit einem Vorsprung von 4,55 Punkten nach dem Kurzprogramm schien Gold für das deutsche Duo zum Greifen nah. Doch in der vier Minuten langen Kür konnten die 26-Jährigen dem immensen Druck nicht standhalten. Minerva Hase patzte sowohl in der Kombination als auch beim dreifachen Salchow, was entscheidende Punkte im Kampf um den Olympiasieg kostete. Am Ende reichte es mit 219,09 Punkten zu Bronze.
Japanische Weltmeister holen Gold mit Weltrekord
Den Olympiasieg sicherten sich die japanischen Weltmeister Riku Miura und Ryuichi Kihara mit einer beeindruckenden Aufholjagd. Nach Rang fünf im Kurzprogramm legten sie eine Weltrekord-Kür hin und erreichten 231,24 Zähler. Silber ging an die Georgier Anastasia Metelkina und Luka Berulawa mit 221,75 Punkten. Das zweite deutsche Paar Annika Hocke und Robert Kunkel landete auf Platz zehn.
Erste deutsche Medaille seit 2018
Mit Bronze holten Hase und Volodin das erste deutsche olympische Eiskunstlauf-Edelmetall seit den Spielen 2018 in Pyeongchang. Damals hatten Aljona Savchenko und Bruno Massot Gold gewonnen. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern, die eine Aufholjagd hinlegten, war die Ausgangslage für Hase/Volodin diesmal sogar besser, doch der Goldtraum platzte.
Drei Jahre harte Arbeit zahlen sich aus
Seit mehr als drei Jahren sind Minerva Hase und Nikita Volodin ein Eiskunstlauf-Paar. Trotz unterschiedlicher Persönlichkeiten – Volodin als "Freigeist" und Hase mit "deutscher Struktur" – funkte es auf dem Eis schnell. Trainer Dmitri Sawin beschrieb sie als "wie ein altes Ehepaar", das gemeinsam kämpfen, diskutieren und lachen kann. Nach der Europameisterschaft 2025 und Vizeweltmeisterschaft erhielt Volodin den deutschen Pass, was den Olympia-Start ermöglichte.
Durchwachsene Saison, aber zur rechten Zeit in Form
Die Saison 2025/2026 verlief für Hase/Volodin wechselhaft. Bei der EM in Sheffield wurden sie nach unsauberen Programmen Zweiter hinter den Georgiern. In Mailand präsentierten sie sich jedoch in der erhofften Olympia-Form. Nach dem Kurzprogramm sagte Hase: "Wir sind sehr glücklich über den ersten Part, aber die großen Emotionen sparen wir uns noch auf." Diese zeigten beide dann bei der Medaillenvergabe.



