Abschied eines Ausnahmeathleten: Johannes Rydzek beendet Karriere
Der deutsche Nordische Kombinierer Johannes Rydzek beendet nach dieser Saison seine außergewöhnliche Karriere. Der 34-jährige Doppel-Olympiasieger aus Oberstdorf wird beim Weltcup-Finale am Sonntag in Oslo zum letzten Mal im Wettkampf antreten. Damit geht eine Ära im deutschen Wintersport zu Ende.
Emotionale Abschiedsworte vor letztem Auftritt
„Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen! Es fühlt sich im Moment richtig an, ich bin voll mit mir im Reinen“, erklärte Rydzek vor seinem letzten Wettkampf. Der Athlet reist mit gemischten Gefühlen nach Norwegen: „Im Gepäck sind ganz viele Emotionen, auch Wehmut ist mit dabei.“ Rydzek betonte, dass er mehr als die Hälfte seines Lebens im Weltcup unterwegs war und diesen Weg mit all seinen Momenten und Begegnungen vermissen wird.
Erfolgreiche Bilanz eines Spitzenathleten
Johannes Rydzek prägte über Jahre hinweg die Nordische Kombination in Deutschland. Seine Karriere-Höhepunkte umfassen:
- Fünf Teilnahmen an Olympischen Winterspielen
- Zwei Olympische Goldmedaillen (2018 im Einzel von der Großschanze und mit dem Team)
- Insgesamt vier Olympia-Medaillen
- Sieben Weltmeistertitel
- Team-Bronze 2010 und Team-Silber 2014 bei Olympia
Der Athlet gehörte auch bei den jüngsten Winterspielen 2026 in Italien noch zum deutschen Team und bewies damit seine langjährige Konstanz auf höchstem Niveau.
Bewegende Worte von Bundestrainer Eric Frenzel
Bundestrainer Eric Frenzel, der früher selbst Teamkollege von Rydzek war, würdigte den scheidenden Athleten mit bewegenden Worten: „Es ist ein Wermutstropfen, dass Johannes seine Karriere jetzt beendet.“ Frenzel hob besonders hervor: „Über so viele Jahre auf einem so hohen Leistungsniveau performen zu können, immer wieder parat zu sein bei Großereignissen – das ist nicht einfach, das war großartig.“
Nicht nur Glanzseiten: Die Herausforderungen einer Karriere
Rydzeks Karriere hatte jedoch nicht nur Erfolgsmomente. Bei den Winterspielen in China führte er im Wettbewerb von der Normalschanze lange Zeit, wurde aber auf den letzten Metern noch überspurtet und verpasste so einen sicheren Podestplatz. Damals gewann Teamkollege Vinzenz Geiger sensationell die Goldmedaille.
Zukunftsperspektiven: Dem Sport erhalten bleiben
Trotz seines Karriereendes will sich Rydzek nicht komplett vom Sport verabschieden. Der Olympiasieger gab das Versprechen: „Ich möchte der Kombination in irgendeiner Form erhalten bleiben.“ Wie genau diese Bindung in Zukunft aussehen wird, ließ er noch offen, signalisierte aber deutlich, dass seine Verbindung zur Nordischen Kombination auch nach dem aktiven Sport bestehen bleibt.
Mit dem Abschied von Johannes Rydzek verliert der deutsche Wintersport einen seiner erfolgreichsten und prägendsten Athleten der letzten Jahre. Seine Leistungen und sein Engagement für die Nordische Kombination werden in der Sportgeschichte Deutschlands einen bleibenden Platz einnehmen.



