Emotionaler Abschied einer deutschen Skisprung-Ikone
Beim Saisonfinale im slowenischen Planica stand am Wochenende nicht der sportliche Wettkampf, sondern ein bewegender Karriereabschluss im Mittelpunkt. Katharina Schmid, die über ein Jahrzehnt das deutsche Frauen-Skispringen geprägt hat, beendete ihre erfolgreiche Laufbahn mit großen Emotionen.
Letzter Sprung und herzlicher Empfang
Die 29-jährige Allgäuerin belegte im Skifliegen von Planica zwar nur den 13. und damit letzten Platz, doch ihre Freude konnte dieser Umstand nicht trüben. Nach ihrer Landung strahlte Schmid über das ganze Gesicht. Im Auslauf erwarteten sie Teamkollegen, Familie, Freunde und weitere Weggefährten, die alle T-Shirts mit dem Aufdruck „Danke Katha“ trugen und der 19-maligen Weltcup-Siegerin eine herzhafte Sektdusche verpassten.
Ein besonderes Detail: Statt Bundestrainer Heinz Kuttin hatte vor ihrem letzten Sprung Schmids eigener Bruder das kleine Fähnchen als Startsignal geschwungen. „Geil fühle sich dieser Abschied an“, sagte Schmid anschließend dem ZDF. „Schöner hätte ich es mir nicht vorstellen können.“ Sie hatte sich vorgenommen, das letzte Springen ihrer Laufbahn nur noch zu „genießen“.
Eine außergewöhnliche Karriere im Rückblick
Katharina Schmid prägte das deutsche Frauen-Skispringen über rund ein Jahrzehnt wie niemand sonst. Zu ihren größten Erfolgen zählen:
- Sieben WM-Goldmedaillen, davon drei allein 2023 in Planica
- Olympia-Silber auf der Normalschanze bei den Spielen 2018 und 2022
- 19 Weltcup-Siege in ihrer beeindruckenden Karriere
Einzig olympisches Gold blieb der Athletin vom SC Oberstdorf verwehrt. Bei den letzten Winterspielen in Italien im Februar trug sie zwar die deutsche Fahne, erlebte dann aber ein sportliches Drama: Auf der Großschanze ereilte sie bereits nach dem ersten Durchgang das vorzeitige Aus.
Zukunftspläne und Dankbarkeit
Besonders dankbar zeigte sich Schmid dafür, dass sie während ihrer gesamten Karriere nie schwer verletzt gewesen sei. „Das ist ein großes Geschenk“, erklärte die Springerin. Ihre Zukunft plant die 29-Jährige nun als Nachwuchstrainerin in ihrer Heimat Oberstdorf, wie sie nach ihrem letzten Sprung ankündigte.
Die Szene in Planica zeigte einmal mehr, welchen Stellenwert Katharina Schmid im deutschen Skisprungsport einnimmt. Nicht nur ihre sportlichen Erfolge, sondern auch ihre Persönlichkeit haben sie zu einer prägenden Figur gemacht, deren Abschied viele Emotionen freisetzte.



