Klaus Bonsack: Vor drei Jahren starb die Rennrodel-Legende der DDR
Klaus Bonsack: Todestag der Rennrodel-Legende

Klaus Bonsack: Eine Legende des Rennrodelns wird geehrt

Heute vor drei Jahren, am 5. März 2023, verstarb Klaus Bonsack, eine der größten Ikonen des DDR-Wintersports. Der in Waltershausen geborene Athlet prägte wie kaum ein anderer die Sportart Rennrodeln und hinterließ ein beeindruckendes Vermächtnis, das bis heute nachhallt.

Einzigartige olympische Bilanz

Klaus Bonsack war lange Zeit der einzige Rennrodler weltweit, dem es gelang, bei drei aufeinanderfolgenden Olympischen Winterspielen insgesamt vier Medaillen zu erringen. Seine Karriere begann 1964 in Innsbruck, als Rennrodeln erstmals olympisch wurde. Dort sicherte er sich sogleich Silber im Einsitzer. Vier Jahre später, bei den Spielen in Grenoble, erreichte er gemeinsam mit Thomas Köhler Gold im Doppelsitzer und zusätzlich Bronze im Einsitzer. Den Abschluss bildete 1972 in Sapporo eine weitere Bronzemedaille im Doppelsitzer an der Seite von Wolfram Fiedler.

Diese außergewöhnliche Serie blieb über Jahrzehnte unübertroffen und wurde erst durch das deutsche Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt übertroffen, die mit der 2014 eingeführten Teamstaffel acht Medaillen bei vier Olympiateilnahmen sammelten. Dennoch bleibt Bonsacks Leistung in der Geschichte des Sports unvergessen.

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Mehr als nur ein Sportler: Bonsacks Rolle im deutsch-deutschen Sport

Klaus Bonsack war nicht nur ein herausragender Athlet, sondern auch eine Symbolfigur für den DDR-Sport. 1972 führte er als Fahnenträger die Mannschaft bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Sapporo ins Stadion. Bereits 1968 hatte er die Ehre, die DDR-Flagge bei der Schlussfeier zu tragen. Abseits der Olympischen Spiele sammelte er zwischen 1963 und 1970 sechs Medaillen bei Weltmeisterschaften und festigte seinen Ruf als einer der besten Rodler aller Zeiten.

Besonders prägend war seine Teilnahme am ersten eigenständigen DDR-Team bei den Olympischen Spielen 1968 in Grenoble. Hier kam es zum sogenannten „Kufenskandal von Grenoble“, der die Sportwelt erschütterte. Nachdem Bonsack und Köhler die Erwartungen mit Silber und Bronze erfüllt hatten, wurden die drei DDR-Rodlerinnen Ortrun Enderlein, Anna-Maria Müller und Angela Knösel unter umstrittenen Umständen disqualifiziert. DDR-Offizielle sahen darin eine gezielte Aktion gegen die erstmals eigenständig antretende Mannschaft, was die Spannungen zwischen Ost und West verdeutlichte.

Engagement über die aktive Karriere hinaus

Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Klaus Bonsack dem Rennrodeln eng verbunden. 1990 zog er nach Österreich und feierte 1992 als Trainer bei den Olympischen Spielen in Albertville vier Medaillen mit seinen Schützlingen. Parallel dazu engagierte er sich von 1981 bis 1998 in verschiedenen Funktionen für den Internationalen Rodelverband (FIL).

Seine Ämter umfassten unter anderem:

  • 1985: Wahl zum zweiten Vizepräsidenten
  • 1989: Übernahme des Amts des Vizepräsidenten für Technik
  • 1994: Vorsitz der technischen Kommission

Im Jahr 2004 wurde Klaus Bonsack als eines der ersten Mitglieder in die Hall of Fame des Rennrodelns aufgenommen – eine würdige Anerkennung für sein Lebenswerk. Sein Tod vor drei Jahren markiert das Ende einer Ära, doch sein Einfluss auf den Wintersport bleibt unbestritten.

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