Lindsey Vonn nach Olympia-Sturz: Arzt verhinderte Beinamputation nach schwerer Verletzung
Lindsey Vonn: Arzt rettete Bein vor Amputation nach Sturz

Lindsey Vonn nach Olympia-Sturz: Arzt verhinderte Beinamputation nach schwerer Verletzung

Zwei Wochen nach ihrem folgenschweren Sturz bei den Olympischen Winterspielen hat sich US-Skistar Lindsey Vonn erstmals ausführlich zu ihren schweren Verletzungen und den darauffolgenden Torturen geäußert. In einem emotionalen Instagram-Video berichtete die 41-Jährige von mehrstündigen Operationen, einer notwendigen Bluttransfusion und der akuten Gefahr einer Beinamputation.

Extremste Verletzung ihres Lebens

„Es war die extremste und schmerzvollste Verletzung, die ich in meinem gesamten Leben hatte“, sagte Vonn mit tränenerstickter Stimme. „Sie haben beide Seiten des Beins aufgeschnitten wie ein Filet, um es atmen zu lassen. Der Arzt hat mein Bein vor einer Amputation gerettet. Er hat mich gerettet.“

Bei ihrem Sturz in der Abfahrt von Cortina d'Ampezzo hatte sich die Speed-Spezialistin eine komplexe Schienbeinverletzung zugezogen. Nach ihrem Klinikaufenthalt in Italien wurde Vonn mit dem Krankenwagen zum Flughafen gebracht und in die USA geflogen.

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Komplexe Tibiafraktur und Kompartmentsyndrom

Erstmals sprach die US-Amerikanerin detailliert über die medizinischen Details ihrer Verletzungen:

  • Komplexe Tibiafraktur: „Alles war zertrümmert“, schilderte Vonn den Zustand ihres Schienbeins und Schienbeinkopfes.
  • Kompartmentsyndrom: „Ich hatte so viel Trauma in diesem Bereich des Körpers – da ist zu viel Blut in diesem Bereich und es bleibt stecken und zerquetscht mehr oder weniger alles dort. Muskeln, Nerven, alles stirbt ab.“

Allein eine Operation habe sechs Stunden gedauert. „Ich war länger im Krankenhaus, als ich gehofft hätte, weil ich sehr niedrige Hämoglobinwerte hatte von all den Operationen und all dem Blutverlust“, berichtete Vonn weiter.

Bluttransfusion und schwierige Genesung

Die mehrfache Operationen führten zu erheblichem Blutverlust, der eine Transfusion notwendig machte. „Ich hatte eine Bluttransfusion, das hat mir geholfen. Ich habe die Kurve gekratzt“, erklärte die Skirennläuferin.

Nach fast zwei Wochen völliger Bewegungsunfähigkeit im Krankenhausbett befindet sich Vonn nun in einem Hotel und kann sich langsam erholen. „Nachdem ich fast zwei Wochen lang fast völlig bewegungsunfähig in einem Krankenhausbett gelegen habe, geht es mir endlich gut genug, um in ein Hotel zu ziehen“, schrieb sie zu ihrem Video.

Ironie des Schicksals: Alte Verletzung als Rettung

Ausgerechnet eine frühere Verletzung könnte entscheidend für ihre Rettung gewesen sein. „Ich sage immer, dass alles im Leben einen Sinn hat“, so Vonn. „Hätte ich nicht kurz vor Olympia mein Kreuzband gerissen, wäre Tom (ihr Arzt) nicht vor Ort gewesen. Und dann hätte er mir nicht das Leben retten können, da bin ich sehr dankbar dafür.“

Den Kreuzbandriss hatte sich Vonn im Weltcup-Rennen unmittelbar vor den Olympischen Winterspielen zugezogen. Dennoch ging die zweimalige Weltmeisterin in Italien an den Start. Ihr Comeback hatte sie Ende 2024 begonnen – mit dem Ziel, bei den Winterspielen in Italien Abfahrts-Gold zu gewinnen.

Langer Weg der Rehabilitation

Die Olympiasiegerin von 2010 will sich nun vollständig auf ihre Rehabilitation konzentrieren. Ihre nächsten Ziele:

  1. In einigen Wochen vom Rollstuhl an Krücken wechseln
  2. Etwa ein Jahr warten, bis alle Knochen verheilt sind
  3. Entscheidung über Entfernung der eingesetzten Metallteile
  4. In einer weiteren Operation die endgültige Versorgung des Kreuzbandes

„Es wird etwa ein Jahr dauern, bis alle Knochen verheilt sind“, erklärte Vonn zu ihrem langfristigen Genesungsprozess. Die Skilegende steht vor einer der größten Herausforderungen ihrer Karriere und ihres Lebens.

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