Paralympische Winterspiele: Marchands Medaillentraum endet jäh
Bei den Paralympischen Winterspielen in Norditalien erlebte die deutsche Langläuferin Kathrin Marchand eine bittere Enttäuschung. Im Rennen über zehn Kilometer in der stehenden Klasse lag die 35-Jährige nach der Hälfte der Strecke mit einem komfortablen Vorsprung von 23,3 Sekunden auf dem dritten Platz und damit auf sicherem Bronzekurs. Doch dann platzte ihr Traum von einer Medaille aus gesundheitlichen Gründen.
Schwächeanfall zwingt zur Aufgabe
Nach ersten Informationen erlitt Marchand einen Schwächeanfall, musste sich an den Streckenrand setzen und gab das Rennen schließlich auf. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie die Athletin – gestützt von einem italienischen und einem deutschen Betreuer – sichtlich wankend von der Loipe weggebracht wurde. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gab kurze Zeit später leichte Entwarnung. „Es ist nichts Ernstes, der Mannschaftsarzt ist bei ihr“, sagte Sprecher Benjamin Schieler der ARD. „Sie hatte einen Schwächeanfall, hatte leichten Schwindel und musste sich hinsetzen.“
Marchand, die vor fünf Jahren einen Schlaganfall erlitt und erst im Vorwinter erstmals auf Langlaufskiern stand, hatte sich mit Podestplätzen im Weltcup im Eiltempo für die Spiele qualifiziert. Bei ihrer Premiere im Sprint am Dienstag verpasste sie als Vierte die Bronzemedaille um nur 1,9 Sekunden. Ihre Teilnahme in Norditalien ist historisch: Als frühere Ruderin, die zweimal bei Olympischen Spielen und einmal bei den Sommer-Paralympics startete, ist sie die erste Athletin, die auch bei Paralympischen Winterspielen antrat.
Gesundheitliche Probleme auch bei Marburger
Parallel zu Marchands Drama musste Sebastian Marburger sein Rennen über zehn Kilometer klassisch vorzeitig beenden. Der 28-Jährige, der tags zuvor Silber im Sprint gewonnen hatte, war gesundheitlich angeschlagen und konnte das Rennen nach gutem Beginn nicht durchhalten. Auch er wurde beim Verlassen der Strecke von zwei Betreuern gestützt. Marburger war vor den Paralympics wegen eines Infekts der oberen Atemwege stark beeinträchtigt gewesen.
Die Ereignisse unterstreichen die Herausforderungen im paralympischen Sport, wo Athleten oft mit gesundheitlichen Einschränkungen kämpfen. Marchands Weg vom olympischen Rudern zum paralympischen Langlauf nach ihrem Schlaganfall zeigt zudem ihre beeindruckende Resilienz und Anpassungsfähigkeit.



