Emotionaler Triumph nach schwerer Zeit: McGrath holt Slalom-Kristallkugel
Über einen Monat nach dem dramatischen Ausscheiden bei den Olympischen Winterspielen in Italien hat der norwegische Skirennfahrer Atle Lie McGrath einen bewegenden Triumph gefeiert. Der 25-Jährige sicherte sich im Saisonfinale in Hafjell die kleine Kristallkugel für den Sieg in der Slalom-Gesamtwertung des Alpinen Ski-Weltcups.
Platz acht reicht für den Gesamtsieg
McGrath benötigte im letzten Rennen der Saison lediglich einen achten Platz, um seine Führung in der Disziplinenwertung zu verteidigen. Der Sieg im Finalrennen ging an seinen Landsmann Timon Haugan, der sich vor dem Schweizer Loic Meillard und dem Finnen Eduard Hallberg durchsetzte. McGraths größter Konkurrent um den Slalom-Gesamtweltcup, der für Brasilien startende Lucas Pinheiro Braathen, schied nach einem Fahrfehler im zweiten Durchgang aus.
Im Zieleinlauf brachen bei McGrath die Emotionen durch. Der Norweger weinte und fiel seinem guten Freund in die Arme - ein bewegender Moment nach den schweren Wochen zuvor. Bei den Olympischen Spielen war McGrath auf Gold-Kurs nach einem Fahrfehler ausgeschieden und hatte anschließend seine Skistöcke weggeworfen, um niedergeschlagen Richtung Wald zu stapfen und sich in den Schnee fallen zu lassen. Die persönliche Tragödie wurde durch den Tod seines Großvaters am Tag der Eröffnungsfeier noch verstärkt.
Enttäuschende Saison für deutschen Hoffnungsträger
Für den einzigen deutschen Slalomfahrer im Saisonfinale, Linus Straßer, verlief das Rennen in Hafjell enttäuschend. Der Athlet vom TSV 1860 München belegte Platz neun und verpasste damit erneut einen Podestplatz. Die gesamte Saison blieb der 33-jährige Oberbayer hinter den Erwartungen zurück.
Nur einmal in dieser Weltcup-Saison gelang Straßer der Sprung aufs Podest: Beim Weltcup in Kitzbühel erreichte er den dritten Platz. Bei den Olympischen Spielen hatte der Deutsche nichts mit den Medaillenentscheidungen zu tun. Ein Materialwechsel zu Saisonbeginn brachte nicht den erhofften Erfolg, sodass Straßer seine Form nicht konstant abrufen konnte.
Norwegischer Doppelerfolg im Finale
Das Saisonfinale in Hafjell entwickelte sich zu einem norwegischen Erfolgstag. Während McGrath den Gesamtsieg in der Slalomwertung sicherte, holte sein Landsmann Timon Haugan den Tagessieg. Die norwegische Skination demonstrierte damit erneut ihre Stärke in der technischen Disziplin Slalom.
Für Atle Lie McGrath bedeutet der Gewinn der Kristallkugel nicht nur einen sportlichen Triumph, sondern auch eine emotionale Genugtuung nach den enttäuschenden Olympischen Spielen und dem persönlichen Verlust. Der Norweger hat bewiesen, dass er trotz schwerer Rückschläge die mentale Stärke besitzt, um in der Weltspitze zu bestehen.



