Laura Nolte gewinnt Bob-Gold bei Olympia 2026 mit Männer-Schlitten vor Lisa Buckwitz
Nolte holt Bob-Gold mit Männer-Schlitten vor Buckwitz

Laura Nolte triumphiert mit Männer-Schlitten zu Olympia-Gold im Bob

Strahlendes Siegerlächeln bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina d'Ampezzo: Laura Nolte hat gemeinsam mit ihrer Anschieberin Deborah Levi den lang ersehnten Olympiasieg im Zweierbob errungen. Vier Jahre nach ihrem Überraschungserfolg in Peking bewies das deutsche Duo erneut eiskalte Nerven und stürmte mit einem speziell umgebauten Männer-Schlitten zum zweiten Olympiagold in dieser Disziplin.

Deutsches Duell um die Medaillen

Im spannenden Finale setzte sich Nolte mit 0,18 Sekunden Vorsprung vor ihrer Landsfrau Lisa Buckwitz durch, die mit Neele Schuten die Silbermedaille gewann. Die dreimalige Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA musste sich mit Bronze begnügen, während Ex-Weltmeisterin Kim Kalicki mit Talea Prepens erneut den undankbaren vierten Rang belegte - genau wie schon bei den Spielen in Peking vor vier Jahren.

Die Entscheidung fiel erst im letzten Lauf, nachdem Nolte im Monobob-Wettbewerb noch die Goldmedaille entglitten war. Diesmal behielt die deutsche Pilotin ihre Nerven im Griff und baute ihre Führung kontinuierlich aus. „Ich hatte den Bügel zum Einklappen nicht schnell genug getroffen und war nicht schnell genug an den Lenkseilen. So habe ich die Kurve eins und die folgenden Kurven ein bisschen verhauen“, analysierte Nolte selbstkritisch ihren ersten Lauf, den sie dennoch mit Start- und Bahnrekord begann.

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Nachtschicht der Mechaniker bringt den Erfolg

Ein entscheidender Faktor für den deutschen Doppelerfolg war die nächtliche Arbeit der Mechaniker. Nach den Männer-Rennen im Zweierbob wurde klar, dass auch das US-Material von Ausnahmepilotin Armbruster Humphries exzellent laufen würde. FES-Projektleiter Enrico Zinn ordnete daher eine Nachtschicht an, bei der die Frauen-Bobs im Set-up komplett mit Männer-Material der „211“-Serie umgerüstet wurden.

Diese technische Anpassung zahlte sich aus: Nolte und Buckwitz konnten sich im zweiten Lauf an der erfahrenen US-Amerikanerin vorbeischieben und die Führungspositionen übernehmen. Die routinierte Armbruster Humphries hatte zudem Probleme beim Einstieg, was ihr wertvolle Zeit kostete.

Prominenter Zuspruch von der Regierungsbank

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verfolgte das spannende Rennen trotz der angespannten Weltlage live an der Eisbahn. „Es ist sehr spannend und großartig, dass drei deutsche Bobs vorne liegen. Ein Großteil der Medaillen wird ja von Bundeswehr-Soldaten und -Soldatinnen geholt. Da gehört es sich doch, dass man da auch vorbeischaut“, begründete der Minister seinen Besuch.

Die Sportsoldatinnen Nolte und Buckwitz profitierten nicht nur von der Unterstützung der Bundeswehr. Buckwitz erhielt zusätzliche finanzielle Hilfe von einem ungewöhnlichen Sponsor: der Erotik-Plattform OnlyFans. „Für mich ist es ein Sponsor, der mir neben der Bundeswehr den Sport ermöglicht. Also was ganz Normales“, erklärte die 31-Jährige.

Emotionaler Moment im Zielraum

Nach dem siegreichen Finallauf folgte für Nolte und Levi das Bad in der Menge. Im Zielraum wurden die Athletinnen von ihren Fans frenetisch gefeiert, sie hüpften und kreischten vor unbändiger Freude. Für Nolte war es die Bestätigung ihrer außergewöhnlichen Klasse, für Buckwitz der erste Olympia-Erfolg als Pilotin nach ihrem Sensations-Gold 2018 als Anschieberin von Mariama Jamanka.

Die deutsche Bob-Nation kann stolz auf diesen Doppelerfolg zurückblicken, der durch technische Innovation, mentale Stärke und hervorragende Teamarbeit ermöglicht wurde. Die Entscheidung, auf Männer-Material umzurüsten, erwies sich als goldrichtig und bescherte Deutschland zwei weitere Medaillen bei den Olympischen Winterspielen 2026.

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