Nach Olympia-Bronze: Steht das Eiskunstlauf-Paar Hase/Volodin vor der Trennung?
Olympia-Bronze: Trennung bei Eiskunstlauf-Paar Hase/Volodin?

Bronze bei Olympia, aber ungewisse Zukunft: Das deutsche Eiskunstlauf-Paar vor der Zerreißprobe

Die Blicke auf dem Eis sprachen Bände. Nach dem Finale bei den Olympischen Winterspielen in Mailand war Minerva Hase (26) und Nikita Volodin (26) klar: Die Goldmedaille war wieder einmal in weite Ferne gerückt. Stattdessen mussten sich die Berliner mit Bronze begnügen – ein Ergebnis, das ihre sportliche Partnerschaft nun infrage stellt.

Verpasste Perfektion kostet den Olympiasieg

Mit hohen Erwartungen waren Hase und Volodin nach Italien gereist, doch der Traum von Gold platzte bereits in der Kür. „Ich habe die Fehler gemacht“, räumte Minerva Hase unumwunden ein. Der entscheidende Moment: Gleich zu Beginn sprang sie den Salchow nur einfach statt dreifach, was bereits die Goldchance zunichtemachte. Die überragenden Weltmeister Riku Miura (24) und Ryuichi Kihara (33) aus Japan ließen sich nur mit einer fehlerfreien Darbietung schlagen – doch genau daran scheiterte das deutsche Duo erneut.

Dieses Muster zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Entweder patzten sie im Kurzprogramm oder in der Kür, nie gelang die perfekte Gesamtleistung. In Mailand war es die Kür, die den sieben Punkte Vorsprung aus dem Kurzprogramm schnell schwinden ließ. Fast symbolisch wirkte da, dass beide sogar die Olympia-Maskottchen vergaßen, die sie bei der Siegerehrung erhalten hatten. „Ich habe sie an die Bande gestellt und dort vergessen“, gestand Hase. „Wer hat Ersatz? Im Dorf gibt es keine mehr zu kaufen.“

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Gegensätzliche Persönlichkeiten, gemeinsamer Erfolg

Die Frage nach der Zukunft des Paares steht nun im Raum. Hase deutete vage an: „Wir werden den Sommer genießen, ich habe einen Bundeswehr-Lehrgang, und dann schauen wir, wie es weitergeht, wie lange und in welchem Rahmen.“ In vier Jahren bei den nächsten Olympischen Spielen in Nizza wären beide 30 Jahre alt – ein Alter, das durchaus noch olympiatauglich wäre. Doch ob sie nach drei gemeinsamen Jahren zu einer weiteren Zusammenarbeit bereit sind, bleibt offen.

Die Charakterunterschiede könnten dabei eine Rolle spielen. Auf der einen Seite steht die strukturierte Minerva Hase, die nach eigener Aussage am liebsten alles drei Monate im Voraus plant. Ihr gegenüber der gebürtige Russe Nikita Volodin, der vor der Partnerschaft mit Hase als Lebemann in Eisshows auftrat. „Ich bin eine halbe Stunde vor dem Training aufgestanden und los“, beschreibt er seinen früheren Lebensstil. Hase trieb ihm diese Flausen aus: „Du musst eine Stunde vor dem Training in der Halle sein und dich aufwärmen.“

Trotz dieser Gegensätze rauften sie sich auf unglaubliche Weise zusammen und gingen aufeinander ein – mit Olympia-Bronze als sichtbarem Resultat ihrer Arbeit. Doch beiden ist bewusst: Es wäre mehr drin gewesen und da geht auch noch mehr.

Vorbilder geben Hoffnung für die Zukunft

Die Geschichte des deutschen Eiskunstlaufs bietet durchaus ermutigende Beispiele. Aljona Savchenko (42) holte mit Robin Szolkowy (46) zunächst zweimal Bronze, ehe sie mit Bruno Massot (37) bei den Spielen 2018 in Pyeongchang endlich Gold gewann. Damals war Savchenko 34 und Massot 29 Jahre alt. Diese Erfolgsstory könnte Hase und Volodin in ihren Sommer-Überlegungen als Inspiration dienen.

Für das deutsche Eiskunstlauf-Paar bleibt die entscheidende Frage: Können sie ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten weiterhin produktiv zusammenführen und die verpasste Goldchance von Mailand in vier Jahren in Nizza nachholen? Die kommenden Monate werden zeigen, ob Bronze das Ende oder ein Zwischenstopp auf dem Weg zu größerem Erfolg war.

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