Deutsche Skibergsteigerin verpasst historische Medaille nach Start-Panne
Bei der olympischen Premiere des Skibergsteigens hat die deutsche Athletin Tatjana Paller (30) knapp eine Medaille verpasst. Die Sportsoldatin belegte im Sprint-Finale am Donnerstag in Bormio den vierten Platz – nach einem verpatzten Start, der viele Zuschauer vor den Bildschirmen und vor Ort verwunderte.
Der verhängnisvolle Startmoment
Nach starken Leistungen im Vorlauf und Halbfinale, in denen sie jeweils den zweiten Platz erreichte, qualifizierte sich Paller für das Finale. An der Startlinie wartete sie mit fünf Konkurrentinnen auf den entscheidenden Schuss. Als dieser endlich ertönte, setzten sich alle Athletinnen sofort in Bewegung. Alle außer Paller.
„Der Start war ganz komisch“, erklärte die Deutsche nach dem Rennen. „Wir haben normalerweise immer so ein Startsignal und dann kommt ein Schuss. Aber das war alles nicht. Dann habe ich mich erschrocken. Auf einmal war dann das Geräusch. Ich wusste gar nicht, ob das der Startschuss ist oder nicht.“
Erst als ihre Gegnerinnen bereits mehrere Schritte voraus waren, realisierte Paller, dass das Rennen tatsächlich begonnen hatte. „Die sind dann losgelaufen und dann dachte ich: Hä, die laufen alle los – dann machen die bestimmt einen Fehlstart. Ich bin dann noch kurz stehen geblieben. Aber dann habe ich auch gecheckt, dass ich auch loslaufen sollte.“
Kampf um die ersten olympischen Medaillen
Trotz des schlechten Starts kämpfte sich Paller im Verlauf des Rennens vom letzten Platz wieder nach vorne. Ihre Aufholjagd war beeindruckend, doch für eine historische Medaille bei der ersten olympischen Austragung ihrer Sportart reichte es nicht mehr.
Im Ziel fehlten der Deutschen mehr als drei Sekunden auf die drittplatzierte Ana Alonso Rodriguez (31) aus Spanien. Die Bronzemedaille ging damit an die Ibererin. Erste Olympiasiegerin im Skibergsteigen wurde Marianne Fatton (30) aus der Schweiz, Silber sicherte sich Emily Harrop (28) aus Frankreich.
Zufriedenheit trotz verpasster Medaille
Obwohl der Startfehler wertvolle Sekunden kostete, zeigte sich Paller nach dem Rennen gelassen. „Es war sicher nicht optimal, aber ich glaube nicht, dass mich das die Medaille gekostet hat“, analysierte die Athletin.
Die Anspannung der vergangenen Tage sei enorm gewesen, nun falle der Druck ab. „Ich finde es hart, dass bei Olympia immer nur Medaillen zählen“, gab Paller zu bedenken. „Klar, Dritter ist besser als Vierter, aber beides ist die Weltspitze.“
Ihre Leistung bei der olympischen Premiere des Skibergsteigens bleibt dennoch bemerkenswert. Als Vierte der Welt bei der ersten Austragung ihrer Sportart bei Olympischen Spielen hat Tatjana Paller deutsche Skibergsteig-Geschichte geschrieben – auch wenn es für eine Medaille nicht ganz gereicht hat.



