Deutsche Paralympics-Bilanz: Silberjubel und bittere Tränen bei Winterspielen in Italien
Paralympics-Bilanz: Silberjubel und Tränen in Italien

Deutsche Paralympics-Bilanz: Silberjubel und bittere Tränen in Italien

Einen Tag vor dem offiziellen Abschluss der Winter-Paralympics in Cortina d'Ampezzo zieht das deutsche Team eine gemischte Bilanz. Während die Langlauf-Staffel im offenen Wettbewerb mit einer Silbermedaille für strahlende Gesichter sorgte, flossen bei der alpinen Skirennläuferin Anna-Lena Forster bittere Tränen der Enttäuschung.

Zielkorridor erreicht, aber Wünsche offen

Chef de Mission Marc Möllmann präsentierte bei der Bilanz-Pressekonferenz eine überwiegend positive Zwischenbilanz. Mit insgesamt 16 Medaillen – zwei Gold, fünf Silber und neun Bronze – sei der vorgegebene Zielkorridor eingehalten worden. „Die Medaillen attestieren dem Team eine gute Leistungsbereitschaft und Leistungsperformance“, urteilte Möllmann. Gleichzeitig räumte er ein: „Natürlich hätten wir uns ein paar Ausreißer nach oben gewünscht, insbesondere nach ganz oben.“

Besonders schmerzhaft seien die neun vierten Plätze, mit denen deutsche Athleten knapp an weiteren Medaillen vorbeigeschrammt sind. „Das tut weh, für die Athleten insbesondere, für uns auch“, so der Chef de Mission weiter.

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Silberjubel bei der Langlauf-Staffel

Am vorletzten Wettkampftag sorgte die Langlauf-Staffel im offenen Wettbewerb für einen Höhepunkt. In der Besetzung Theo Bold mit Guide Jakob Bold, Sebastian Marburger, Linn Kazmaier mit Begleitläufer Florian Baumann und Marco Maier kam das Quartett über 4x2,5 Kilometer nur 5,4 Sekunden hinter Sieger China ins Ziel und sicherte sich Silber.

„Jeder von uns hat heute das Maximum rausgeholt, dass es zu Silber gereicht hat, ist sehr cool“, freute sich Linn Kazmaier. „Vor allem im Team. Das hat nochmal einen anderen Stellenwert, wenn man zusammen eine Medaille gewinnt.“

Bittere Enttäuschung für Anna-Lena Forster

Ganz anders die Stimmung bei der zweifachen Paralympicssiegerin Anna-Lena Forster. Zum Abschluss der alpinen Frauen-Wettbewerbe verpasste die 30-jährige Monoskifahrerin im Slalom hauchdünn ihre vierte Medaille. Trotz einer starken Aufholjagd im zweiten Lauf blieb ihr nur der vierte Platz – lediglich 0,08 Sekunden fehlten auf den Bronzerang.

„Jetzt gerade ist es brutal bitter. Es tut schon sehr weh“, sagte die sichtlich mitgenommene Forster. „Dass es so brutal wird, hätte ich nicht gedacht. Im zweiten Lauf habe ich nochmal gezeigt, was ich kann. Es hat nicht gereicht, das tut weh und muss ich erstmal verarbeiten.“

Rothfuss zufrieden mit letztem Paralympics-Auftritt

Andrea Rothfuss beendete hingegen ihre paralympische Karriere mit einem positiven Gefühl. Die 36-Jährige, die wegen Depressionen zwei Jahre pausiert hatte und erst im Dezember ihr Comeback gegeben hatte, erreichte in ihrem letzten Rennen Platz sieben. Zuvor war sie Vierte in der Abfahrt und im Riesenslalom sowie Sechste in der Super-Kombination geworden.

„Ich bin vier Rennen gefahren statt der zwei, die geplant. Also für mich das ein kompletter Erfolg. Ich fühle mich immer noch ein bisschen wie in einem Traum“, meinte die zufriedene Rothfuss.

Abschlussfeier und weitere Team-Entwicklungen

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) gab bekannt, dass die alpine Skirennläuferin Andrea Rothfuss und Snowboarder Christian Schmiedt die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier in Cortina d'Ampezzo tragen werden. Das Alpin-Team wird im Curling Stadion anwesend sein, während die Nordischen Skisportler und Biathleten durch Sponsorenunterstützung eine eigene Feier erhalten.

Die Para-Eishockeyspieler, die bei ihrer ersten Paralympics-Teilnahme nach 20 Jahren in Mailand das Spiel um Platz fünf gegen Italien mit 2:5 verloren und Sechste wurden, werden bei der Abschlussfeier fehlen.

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