Paralympics: Medaillen und Kontroversen für deutsche Athleten in Langlauf und Alpin
Paralympics: Deutsche Medaillen und Kontroversen in Italien

Paralympics in Italien: Deutsche Erfolge und emotionale Momente

Bei den Winter-Paralympics in Tesero und Cortina d'Ampezzo erlebten deutsche Athleten am 10. März 2026 einen Tag voller Höhen und Tiefen. Während im Langlauf Medaillen gewonnen wurden, sorgte eine Disqualifikation für Enttäuschung. Auch im alpinen Bereich konnte Deutschland mit einer weiteren Medaille aufwarten.

Langlauf: Silber für Kazmaier und Disqualifikation für Walter

Im Klassik-Sprint der sehbehinderten Frauen stand Linn Kazmaier nachträglich auf dem Siegerpodest. Die 19-Jährige erhielt die Silbermedaille, nachdem ihre Teamkollegin Leonie Walter wegen eines Regelverstoßes auf den letzten Platz gesetzt worden war. Walters Guide Christian Krasman hatte beim Umschauen zu seiner Athletin mehrmals einen Seitenschritt gemacht, der als unerlaubter Skatingschritt gewertet wurde.

Bundestrainer Ralf Rombach zeigte sich verständnisvoll: "Es ist super unglücklich. Die Jury meint es nicht böse mit uns, die folgt nur den Regeln."

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Auf dem Podium stand Kazmaier neben der russischen Siegerin Anastasija Bagijan und den drittplatzierten Chinesen. Die deutsche Athletin hielt während der Siegerehrung ihr Plüschmaskottchen fest und senkte den Blick, als die russische Flagge gehisst und die Hymne gespielt wurde. "Ich finde es total schwierig", sagte Kazmaier trotz ihrer Freude über die Silbermedaille. "Auf der sportlichen Seite war sie heute die Stärkste, aber vier Jahre keine Dopingkontrollen und der politische Hintergrund - da kann man Sport und Politik nicht trennen."

Marburgers Silber und Marchands historischer Auftritt

Bei den stehenden Männern im Langlauf sicherte sich Sebastian Marburger bei seiner paralympischen Premiere die Silbermedaille. Der 28-Jährige musste sich im Zielsprint nur dem belarussischen Sieger Raman Svirdydzenka geschlagen geben - obwohl er vor dem Wettkampf noch krank gewesen war.

Kathrin Marchand schrieb als erste Athletin Sportgeschichte, die sowohl bei Olympischen Spielen als auch bei den Paralympischen Sommer- und Winterspielen gestartet ist. Die 35-Jährige aus Köln wurde Vierte und verpasste damit knapp eine Medaille. "Ich bin zufrieden mit dem vierten Platz, aber es ist immer noch der erste Verlierer. Ich werde halt immer Vierte", sagte Marchand, die bereits als Ruderin bei den Paralympics in Paris eine Medaille verpasst hatte.

Forster mit weiterem Erfolg im Alpin

Drei Tage nach ihrem Abfahrtssieg jubelte Alpin-Ass Anna-Lena Forster in Cortina d'Ampezzo über Silber in der Super-Kombination. Die 30-jährige Monoskifahrerin hatte nach jeweils einem Lauf im Super-G und Slalom nur 0,46 Sekunden Rückstand auf die spanische Siegerin Audrey Pascual Seca. Im Slalom gelang ihr dabei eine starke Aufholjagd, bei der sie 2,36 Sekunden Rückstand aus dem Super-G wettmachte.

Forster zeigte sich zufrieden: "So soll es sein. Dass es so spannend wird, ist wichtig für unseren Sport. Klar hätte ich es auch anders machen und im Super-G mehr Gas geben können. Aber jetzt mit dem Slalom bin ich einfach happy und kann selbstbewusst in die Technikrennen gehen."

Russische Erfolge und Ausfälle

Für Russland war es der zweite Tag mit Hymne und Flagge bei diesen Paralympics. Nach Gold für Warwara Worontschichina im alpinen Super-G am Vortag feierte nun Anastasija Bagijan ihren Triumph im Langlauf. "Ich freue mich sehr, dass zum ersten Mal seit vielen Jahren die russische Nationalhymne gespielt und die russische Flagge zu Ehren unseres Sieges gehisst wird", sagte Bagijan.

Im alpinen Bereich blieb Russland in der Super-Kombination jedoch eine weitere Goldmedaille verwehrt. Alexej Bugajew schied als Führender nach dem Super-G im Slalom aus, während Worontschichina bereits im Super-G patzte und nicht ins Ziel kam.

Nach einem Ruhetag stehen für die deutschen Athleten am Donnerstag weitere Wettkämpfe auf dem Programm, bevor am Samstag der Slalom folgt. Die Paralympics in Italien zeigen damit nicht nur sportliche Höchstleistungen, sondern auch die politischen Dimensionen des internationalen Wettbewerbs.

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