Paralympics: Deutsches Doppel-Silber im Langlauf - Drama um Disqualifikation
Bei den Paralympischen Spielen in Italien hat das deutsche Team in der Loipe von Tesero zweimal Silber gewonnen, doch eine Disqualifikation überschattet den Erfolg. Linn Kazmaier und Sebastian Marburger sicherten sich die Edelmetallplätze, während Leonie Walter nachträglich bestraft wurde.
Silber für Kazmaier und Marburger
In der Klasse der sehbehinderten Frauen holte Linn Kazmaier mit Guide Florian Baumann im klassischen Sprint die Silbermedaille. Sie musste sich nur der Russin Anastasija Bagijan geschlagen geben. Kurz zuvor hatte Sebastian Marburger bei seiner paralympischen Premiere ebenfalls für Furore gesorgt. Der 28-Jährige, dem nach einem Motorradunfall das rechte Bein amputiert werden musste, sicherte sich bei den stehenden Männern Silber hinter dem belarussischen Sieger Raman Svirdydzenka.
Drama um Disqualifikation von Leonie Walter
Ein herber Rückschlag ereilte das deutsche Team durch die Disqualifikation von Leonie Walter. Die Athletin war mit Guide Christian Krasman als Zweite ins Ziel gekommen, wurde aber nachträglich wegen eines Verstoßes gegen die Technikregel am Anstieg auf den letzten Platz im Finale gesetzt. Dadurch rückte Kazmaier auf den Silberrang nach, während Walter leer ausging.
Historischer Start und knappe Platzierungen
Kathrin Marchand schrieb Sportgeschichte, als sie als erste Athletin bei Olympischen Spielen sowie bei Paralympischen Sommer- und Winterspielen startete. Die 35-Jährige verpasste bei den stehenden Frauen als Vierte knapp eine Medaille, nachdem sie sich erst vor wenigen Wochen nach nur 14 Monaten intensivem Training qualifiziert hatte. Auch Andrea Eskau belegte bei ihren neunten Paralympics in der Klasse der sitzenden Frauen Rang vier, während Anja Wicker unter schwierigen Bedingungen mit tiefem Schnee Platz sechs erreichte.
Kein Eklat zwischen russischen und ukrainischen Athleten
Ein befürchteter Eklat bei den ersten direkten Rennen zwischen russischen und ukrainischen Sportlern bei diesen Paralympics blieb aus. In den Langlaufwettbewerben trafen sie zwar in der Qualifikation aufeinander, aber in keiner Klasse schafften es Athleten beider Länder gemeinsam ins Finale, was die Spannungen etwas entschärfte.



