Franziska Preuß beendet Karriere: „Wir werden keine Freunde“ - Biathletin blickt zurück
Preuß beendet Karriere: „Wir werden keine Freunde“

Franziska Preuß beendet Biathlonkarriere nach Olympia 2026

Die deutsche Biathletin Franziska Preuß hat ihre aktive Karriere nach den Olympischen Winterspielen 2026 offiziell beendet. Mit einem letzten Rennen am 21. Februar verabschiedete sich die 31-Jährige von der größten Bühne des Wintersports. In einem ausführlichen Gespräch blickte Preuß nun auf ihre bewegte Laufbahn zurück und sprach über die Zukunft des deutschen Biathlons sowie ihre persönliche „neue Freiheit“.

Eine erfolgreiche, aber von Olympia gezeichnete Karriere

Franziska Preuß kann auf eine außergewöhnliche Karriere zurückblicken, die mit einem Gesamtweltcupsieg, einem EM-Titel und zwei WM-Goldmedaillen gespickt ist. Dennoch blieb ihr ein großer Traum unerfüllt: Ein Olympiasieg in einer Einzeldisziplin entzog sich ihr trotz aller Bemühungen. „Klar habe ich den Traum gehabt, mit einer Einzelmedaille heimzufahren. Das war den ganzen Sommer die Motivation. Aber Olympische Spiele und ich, wir werden einfach keine Freunde. Es war der Wurm drin“, erklärte Preuß in einer emotionalen Rückschau.

Immerhin konnte sie bei ihren letzten Spielen mit der Mixed-Staffel ihre zweite olympische Bronzemedaille erringen. Insgesamt bezeichnete Preuß ihre Karriere als „cool“, gestand aber gleichzeitig ein, in den vergangenen Jahren „ziemlich einstecken“ haben zu müssen. Besonders die Saison 2022/23 musste sie aufgrund gesundheitlicher Probleme vorzeitig beenden.

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Der mentale Preis des Erfolgs

Der Weg zum Gesamtweltcupsieg 2024/25 war für Preuß kein leichter. „Mental waren die letzten drei Wochen im letzten Jahr hart, weil ich wusste, ich darf mir keinen einzigen Fehler erlauben“, offenbarte die Biathletin. Diese Phase erforderte extreme Disziplin: „Man musste da drei Wochen mental so streng zu sich sein, dass man den Glauben nicht verliert. Das hat viel Energie gezogen.“

In der folgenden Saison spürte Preuß die Nachwirkungen dieser Anstrengung deutlich: „Und das habe ich dieses Jahr gemerkt. Da ist es mir nicht mehr so leicht gefallen.“ Zusätzlich belastete sie die gestiegene mediale Erwartungshaltung, mit der sie nicht immer den richtigen Umgang fand.

Neue Freiheit und Zukunftsperspektiven

Nach ihrem Karriereende genießt Preuß nun eine ungewohnte Freiheit. Als Co-Kommentatorin der ARD bei der Nachwuchs-WM am Arber bleibt sie dem Biathlon zunächst erhalten. Besonders erleichtert ist sie über das Ende der permanenten Verfügbarkeit für Anti-Doping-Kontrolleure: „Das war die schönste E-Mail, in der man sich abmelden muss und jetzt nicht mehr jede Nacht angeben muss, wo man schläft.“

Gleichzeitig freut sie sich, kein Training mehr im Regen absolvieren zu müssen und den täglichen Leistungsdruck hinter sich gelassen zu haben. Mit Preuß verliert der Deutsche Skiverband (DSV) seine zuletzt erfolgreichste Biathletin zu einem Zeitpunkt, da der deutsche Biathlon-Sport sich in einer Formkrise befindet.

Hilfsangebot an den DSV und optimistischer Blick nach vorn

„Wenn man sich die Ergebnislisten schwarz auf weiß anschaut, sind wir einfach ein Stück dahinter“, analysierte Preuß die aktuelle Situation nüchtern. Dennoch blickt sie optimistisch in die Zukunft: „Wir haben trotzdem richtig gute Talente im Team, gerade im Damenbereich mit Selina Grotian und Julia Tannheimer.“

Die erfahrene Sportlerin betonte, dass jede Sportart natürliche Höhen und Tiefen durchlaufe: „Jede Sportart hat ein Auf und Ab. Manchmal muss man auch mit dem Rücken zur Wand stehen, um sich weiterzuentwickeln.“ Darüber hinaus signalisierte Preuß ihre Bereitschaft, den Verband zu unterstützen, sollte dieser danach fragen: „Wie das dann aufgenommen wird, liegt nicht in meiner Hand.“

Ihr Angebot zeigt, dass Franziska Preuß dem Biathlon auch nach ihrem aktiven Karriereende verbunden bleiben möchte – wenn auch in einer neuen Rolle und mit der neu gewonnenen Freiheit, die sie nach Jahren höchster sportlicher Anforderungen nun zu schätzen weiß.

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