Olympia-Sensation: Philipp Raimund springt bei Premiere zu Gold und begeistert Deutschland
Raimund springt sensationell zu Olympia-Gold bei Premiere

Olympia-Sensation: Raimund springt bei Premiere zu Gold

Die deutschen Skispringer erleben eine enttäuschende Saison mit zahlreichen Rückschlägen. Doch im ersten Olympia-Wettkampf in Predazzo gelingt die absolute Sensation. Philipp Raimund bejubelt seinen unglaublichen Erfolg und holt bei seiner Premiere bei Winterspielen sofort die Goldmedaille.

Triumph auf den Schultern der Teamkollegen

Auf den Schultern seiner Teamkollegen brüllte Philipp Raimund seine Freude über den olympischen Triumph heraus. "Jaaaa", schrie der Skispringer in den Abendhimmel von Predazzo. Die schwarz-rot-goldene Fahne hing ihm triumphal über den Schultern. "Ich weiß nicht, wie ich es gemacht habe. Aber ich bin so, so stolz drauf, dass ich das geschafft habe", sagte der völlig überwältigte Champion in der ARD. "Jetzt bin ich einfach Olympiasieger. Das ist unglaublich."

Skisprung-Legende Hannawald begeistert

Skisprung-Legende Sven Hannawald war ebenfalls völlig begeistert von der Leistung. "Dass wir sowas erleben können – sensationell", schwärmte er. Für Raimund war es bei seinem ersten Winterspiele-Wettkampf der Karriere gleich das erste Gold. Bemerkenswert: Im Weltcup hat er noch nie ein Einzel gewonnen. Für das deutsche Team ist es der Mega-Höhepunkt einer ganz schweren Saison.

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Perfekter Wettkampf und packende Show

Philipp Raimund zeigte einen quasi perfekten Wettkampf. Er siegte vor Silbergewinner Kacper Tomasiak aus Polen. Rang drei teilten sich der Japaner Ren Nikaido und der Schweizer Gregor Deschwanden. Anschließend sang er bei der Siegerehrung mit Inbrunst die Nationalhymne. "Vor dem ersten Sprung war ich scheiße-nervös. Es sind alle hier", sagte Raimund. "Noch keinen einzigen Weltcup gewonnen und dann auf der größten Bühne ganz oben zu stehen, das ist unglaublich."

Die Zuschauer im sehr gut gefüllten Sprung-Stadion sahen einen packenden Wettkampf. Anders als so oft in diesem Winter im Weltcup sprang der Slowene Domen Prevc diesmal nicht allen davon. Der Saison-Dominator und Vierschanzentourneesieger wurde nur Sechster. Raimund lieferte diesmal die große Show.

Wellinger und Bundestrainer feiern mit

"Wie geil war denn eigentlich der Wettkampf?", sagte Andreas Wellinger. Der 30-Jährige war 2018 in Südkorea ebenfalls Olympiasieger auf der Normalschanze geworden. "Richtig geile Show". Mit Blick auf den komplizierten Winter ergänzte er: "Die Saison ist mir gerade scheißegal!"

Auch für Bundestrainer Stefan Horngacher ist es in seiner letzten Saison im Amt ein gigantischer Erfolg. Der Österreicher jubelte extrem ausgelassen - das kennt man so von ihm normalerweise nicht. "Aktuell bin ich ein bisschen leer. Die Anspannung war schon hoch", sagte der 56-Jährige. "Das erste Highlight mit der Vierschanzentournee ist uns nicht so gelungen, es ist uns auch das Skifliegen nicht so gelungen. Jetzt ist uns dafür die Olympiade richtig gelungen. Das ist umso wichtiger."

Technische Meisterleistung und mentale Stärke

Schon nach seinem ersten Versuch zeigte Raimund die Faust. Sein Sprung auf 102 Meter brachte ihn in eine hervorragende Ausgangsposition. "Komm, bitte", sagte Hannawald am ARD-Mikrofon. Im zweiten Durchgang ließ Raimund 106,5 Meter folgen. Der Triumph war perfekt.

Sportlich hat sich Raimund im vergangenen Jahr enorm weiterentwickelt und auch ein persönliches Problem gelöst. Höhenangst, die Raimund noch in der vergangenen Saison zwischenzeitlich plagte, macht ihm nach eigenen Angaben keine Schwierigkeiten mehr. Mit einem Psychologen hat er das Thema aufgearbeitet.

Familie und Team feiern mit

"Ich habe ein Gefühl dafür aufgebaut, was für Punkte ich habe, worauf ich mich konzentrieren muss", sagte Raimund. "Ich glaube, dass wir tatsächlich aufgeregter sind als er", sagte sein Bruder Fabian vor dem Wettkampf. "Wenn ich ihn treffe, dann eskaliert es", sagte er danach.

Der extrovertierte Sportler nimmt in der Mannschaft eine besondere Rolle ein. "Er lebt von den Emotionen", beschrieb Sportdirektor Horst Hüttel zuletzt. "Seine Art tut auch den anderen gut." Gut tut Raimund nun auch dem deutschen Medaillenspiegel.

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Weiter geht es bereits am Dienstag

Für die Springer geht es bereits an diesem Dienstag weiter. Dann steht das Mixed-Team auf dem Programm. Raimund will seine ersten Winterspiele auch abseits des Wettkampfes genießen. Die anderen deutschen Athleten, Felix Hoffmann, Wellinger und Pius Paschke, konnten nicht in den Kampf um Edelmetall eingreifen. Sie freuten sich dafür umso mehr mit dem neuen Olympiasieger.