Olympia-Drama im Rodeln: Taubitz triumphiert, Fräbels Medaillentraum zerrinnt
Rodel-Drama: Taubitz gewinnt Gold, Fräbel scheitert tragisch

Gold für Taubitz, bitteres Drama für Fräbel bei Olympischen Winterspielen

Die deutschen Rodlerinnen erlebten bei den Olympischen Winterspielen einen Tag der extremen Gegensätze. Während Julia Taubitz die dritte Goldmedaille für Deutschland sicherte, zerrann der Medaillentraum ihrer Teamkollegin Merle Fräbel auf dramatische Weise.

Taubitz setzt deutsche Gold-Dynastie fort

Julia Taubitz dominierte den Wettbewerb im Rodeln und setzte damit die erfolgreiche Tradition deutscher Rodler bei Olympischen Spielen fort. Nach den ersten beiden Läufen am Montag lag die Athletin bereits auf Platz eins und baute ihre Führung im weiteren Verlauf des Wettkampfes souverän aus. „Der zweite Lauf war supergeil. Da war ich im Flow und konnte es echt genießen“, kommentierte die siegreiche Rodlerin ihren Erfolg.

Für Fräbel wird der Traum zum Albtraum

Ganz anders verlief der Wettkampf für die 22-jährige Merle Fräbel aus Suhl. Die Vizeweltmeisterin ging mit nur 61 Tausendstelsekunden Rückstand auf Taubitz in den zweiten Wettkampftag und hatte realistische Medaillenchancen. Doch bereits beim Start des dritten Laufes fuhr sie sofort rechts in die Bande und verlor über eine Sekunde. Dieser fatale Fehler warf sie aus den Topplätzen und machte alle Hoffnungen auf eine Medaille zunichte.

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Ein guter vierter Durchgang konnte das Ergebnis nicht mehr retten – Fräbel wurde am Ende Achte. Im Zielbereich zeigte sich ihre Enttäuschung deutlich: Sie zuckte frustriert mit den Schultern und vergoss einige Tränen. „Der erste Lauf heute war natürlich ärgerlich. Ich weiß gar nicht, wie das passiert ist“, sagte die junge Rodlerin bei Eurosport.

Psychischer Druck als mögliche Ursache

In einem Interview mit dem ZDF deutete Fräbel an, dass auch ihr Medienverhalten zwischen den Wettkampftagen eine Rolle gespielt haben könnte. „Man kann sich nicht vor Social-Media-Posts abschotten. Man sieht so viel, andere gewinnen auch Medaillen und dann denkt man sich, dass man es möglicherweise auch schaffen kann. Vielleicht war es innerlich zu viel Druck.“

Reaktionen von Experten und Trainer

ZDF-Experte Johannes Ludwig kommentierte das Geschehen mit deutlichen Worten: „Das ist richtig, richtig bitter gewesen. Wir dachten alle, dass das richtig eng zwischen den beiden wird, aber das ist ein Riesenschnitzer.“

Bundestrainer Patric Leitner zeigte sich ebenfalls betroffen: „Es ist ganz bitter für Merle. Das hätte ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Julia gegeben, aber dann passiert es mit dem dritten Lauf am Start. Das ist schwierig, sie hat super gekämpft, aber sie ist sehr enttäuscht und hat geweint. Das tut mir sehr leid für sie.“

Leitner betonte jedoch auch die Zukunftsperspektiven: „Wir werden noch viel Spaß mit ihr haben und jetzt geht es darum, ihr wieder aufzuhelfen.“

Höhen und Tiefen eines Wettkampfes

Besonders bitter für Fräbel war der Umstand, dass sie im ersten Lauf noch einen Bahnrekord im Cortina Sliding Centre erzielt hatte. Den kleinen Fehler, den sie sich im zweiten Lauf einfing, nutzte Taubitz dann eiskalt aus und baute ihren Vorsprung aus.

Statt des erwarteten innerdeutschen Krimis zwischen den beiden Rodlerinnen entwickelte sich der Wettkampf zu einem souveränen Erfolg für Taubitz und einer persönlichen Tragödie für Fräbel. Die junge Athletin reflektierte ihre Enttäuschung: „Ich habe das gesamte Jahr über in der Mannschaft ziemlich zu ackern gehabt. Das war ziemlich hart für mich. Ich dachte, ich hole mir jetzt einfach so eine Erlösung, aber es hat leider nicht funktioniert.“

Die Olympischen Winterspiele zeigten einmal mehr, wie dünn der Grat zwischen Triumph und Tragödie im Spitzensport sein kann – besonders in einer Disziplin wie dem Rodeln, wo Tausendstelsekunden über Medaillen entscheiden.

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