Deutsches Rodel-Duell um Olympia-Gold: Taubitz führt knapp vor Fräbel
Rodel-Duell: Taubitz führt knapp vor Fräbel um Gold

Deutsches Rodel-Duell um Olympia-Gold: Taubitz führt knapp vor Fräbel

Bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo haben die deutschen Rodlerinnen die Goldspur von Max Langenhan erfolgreich aufgenommen. Mit einer souveränen Doppelführung gehen Julia Taubitz und Merle Fräbel in den entscheidenden Finaltag. Die beiden Athletinnen lieferten sich in den ersten beiden Durchgängen ein äußerst spannendes Duell um Platz eins und haben die restliche Konkurrenz bereits deutlich distanziert.

Spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen der deutschen Rodlerinnen

Die erst 22-jährige Olympia-Debütantin Merle Fräbel vom RT Suhl, die bereits den Test-Wettkampf auf der neu gebauten Bahn gewonnen hatte, fuhr im ersten Lauf einen beeindruckenden Bahnrekord. Doch Weltmeisterin Julia Taubitz vom WSC Oberwiesenthal konterte im zweiten Durchgang mit einer noch besseren Leistung, verbesserte sogleich die Bestmarke und setzte sich an die erste Position. Ihr Vorsprung auf Fräbel beträgt jedoch nur die Winzigkeit von 61 Tausendstelsekunden – ein hauchdünner Abstand, der das Rennen völlig offen hält.

Julia Taubitz zeigte sich nach ihren Läufen sehr zufrieden: "Im ersten Lauf war ich schon noch ein bisschen nervös, da waren ein paar Fehler drin. Aber der zweite Lauf war supergeil. Da war ich so im Flow drin. Das konnte ich echt genießen", sagte die 29-Jährige, die sich auf das weitere Duell mit ihrer deutschen Kollegin freut.

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Auch Merle Fräbel äußerte sich positiv: "Die Julia hat richtig einen rausgehauen. Ich habe ein bisschen gehadert mit mir. Es ist völlig okay. Ich bin noch mit dabei und nach hinten ist Platz. Das gibt natürlich Ruhe", erklärte die junge Rodlerin, die von 2023 bis 2025 dreimal in Serie Junioren-Weltmeisterin wurde.

Komfortabler Vorsprung auf die Konkurrenz

Mit einem deutlichen Vorsprung auf Rang drei gehen die beiden deutschen Rodlerinnen in die beiden Finalläufe am Dienstag. Die drittplatzierte Lettin Elina Bota hat bereits 0,434 Sekunden Rückstand auf Silber – eine beträchtliche Lücke, die den deutschen Athletinnen zusätzliche Sicherheit gibt.

Noch schwächer präsentierte sich die Weltcupführende Lisa Schulte aus Österreich, die als Siebte bereits 0,678 Sekunden hinter Taubitz liegt. Zudem verabschiedeten sich zwei weitere Mitfavoritinnen frühzeitig aus dem Medaillenrennen: Die US-Pilotin Summer Britcher und die Lettin Kendija Aparjode hatten einen schweren Patzer am Start, als sie voll in die Bande knallten.

Vergangenheitsbewältigung und olympische Erfahrungen

Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung von Julia Taubitz, die vor vier Jahren in Peking einen schweren Rückschlag erlitt. Als haushohe Topfavoritin fuhr sie damals im ersten Lauf Bestzeit, stürzte dann aber im zweiten Durchgang und verpasste damit alle Medaillenchancen. Mit Bestzeit im vierten Lauf kam sie noch auf Rang sieben.

"Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten. Rückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung", sagte die 29-Jährige, die bereits acht WM-Titel und fünf Weltcup-Gesamtsiege in ihrer sportlichen Vita stehen hat. Diese Erfahrung scheint sie nun stärker gemacht zu haben.

Merle Fräbel hingegen hatte zuletzt noch gar nicht das richtige Olympia-Feeling bekommen: "Der Olympic Spirit ist da, vor allem weil man die Team D Einkleidung trägt. Aber ich persönlich habe gar nicht so ein krasses Olympia-Gefühl, weil sich alles so unwirklich anfühlt bzw. für mich fühlt es sich aktuell wie ein Extra-Lehrgang an."

Weitere deutsche Teilnehmerinnen

Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die vor vier Jahren in Peking als Debütantin olympisches Silber holte, konnte auf der verkürzten Strecke über 1.410 Metern im neu gebauten Cortina Sliding Centre nicht in die Top-Sechs fahren. Die deutschen Rodlerinnen dominieren jedoch mit ihrer Doppelführung das Geschehen und gehen mit besten Medaillenchancen in die entscheidenden Finalläufe.

Das deutsche Rodelteam hat damit die Erwartungen voll erfüllt und positioniert sich optimal für den Finaltag. Die Spannung ist greifbar, ob Taubitz ihren knappen Vorsprung verteidigen oder Fräbel noch die Wende gelingen kann. Eines steht fest: Deutschland wird auf jeden Fall eine Medaille im Damen-Rodeln gewinnen – die Farbe wird sich erst in den letzten beiden Läufen entscheiden.

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