Olympia-Drama: Deutsche Rodel-Staffel vor Goldrennen eingeschlossen
Ein kurioser Vorfall hätte beinahe den Gold-Coup der deutschen Rodel-Teamstaffel bei den Olympischen Winterspielen in Cortina d'Ampezzo verhindert. Nur Minuten vor dem entscheidenden Rennen im Cortina Sliding Centre waren die deutschen Athleten im Starthaus eingesperrt – die Türklinke war einfach herausgefallen.
20 Sekunden der Ungewissheit
„Die Rumänen waren als erster Starter ja schon fertig. Und plötzlich hatte einer die Klinke an der Tür zum Starthaus in der Hand, sie war rausgefallen. Da dachten wir 20 Sekunden lang, wie kommen wir jetzt pünktlich zum Start“, berichtete Doppelsitzer Tobias Wendl nach dem Rennen. Zusammen mit seinem langjährigen Partner Tobias Arlt und dem gesamten Team bangte er kurzzeitig um die Teilnahme an der entscheidenden Staffel.
Die Situation war brisant: Die Wettkampfzeit tickte unaufhaltsam weiter, während die deutschen Athleten hinter der defekten Tür festsaßen. Ein pünktlicher Start schien in weite Ferne zu rücken, was den gesamten Goldplan gefährdet hätte.
Rettung von außen
Doch dann kam unerwartete Hilfe. Ein rumänischer Athlet, der bereits seinen Lauf absolviert hatte, bemerkte die Notlage und alarmierte umgehend einen Trainer. Gemeinsam fanden sie eine Lösung für das Malheur mit der herausgefallenen Klinke: Die Tür wurde von außen geöffnet und befreite so die deutschen Rodler aus ihrer misslichen Lage.
„Der Rumäne nahm schnell Kontakt zu einem Trainer auf und löste das Problem“, erklärte Wendl. „Ohne diese schnelle Reaktion hätten wir unseren Start verpasst.“
Gold trotz Hindernissen
Die deutsche Teamstaffel schaffte es tatsächlich rechtzeitig zum Start und beendete die olympischen Rodelwettbewerbe im Cortina Sliding Centre mit einer beeindruckenden Leistung. Es war bereits die dritte Goldmedaille für das deutsche Rodelteam bei diesen Winterspielen – und sicherlich eine der kuriosesten.
Tobias Wendl und Tobias Arlt, die bereits als Rekord-Olympiasieger in die Wettkämpfe gegangen waren, konnten ihren legendären Status mit diesem ungewöhnlichen Golderfolg weiter festigen. Der Vorfall mit der Türklinke wird wohl noch lange als eine der skurrilsten Episoden in der Geschichte des deutschen Rodelsports in Erinnerung bleiben.
Die deutsche Mannschaft zeigte sich nach dem Rennen erleichtert und dankbar für die spontane Hilfe aus dem rumänischen Lager. „Solche Momente zeigen, dass der olympische Geist auch in stressigen Situationen lebendig bleibt“, kommentierte ein Teamsprecher die ungewöhnliche Rettungsaktion.



