Ski-Legende Romed Baumann deutet Karriereende nach Weltcup-Abfahrt in Garmisch an
Der 40-jährige Skirennläufer Romed Baumann hat nach seinem Start bei der Weltcup-Abfahrt am Samstag in Garmisch-Partenkirchen deutliche Hinweise auf ein baldiges Karriereende gegeben. In emotionalen Worten räumte der erfahrene Athlet ein, dass er nicht mehr bereit sei, alles zu riskieren, und sich nicht mehr am absoluten Limit bewegen könne.
Fehlende Risikobereitschaft als entscheidender Faktor
"Es geht nicht um die fehlende Motivation", betonte Baumann im Anschluss an seinen Lauf auf der legendären Kandahar-Strecke. Vielmehr sei es die mangelnde Bereitschaft, sich noch einmal vollständig in den für Spitzensportler typischen Tunnelblick zu begeben. "Es ist eher die Bereitschaft, dass du in den Tunnel reinkommst, den Fokus hältst - ich weiß nicht, ob ich da nochmal reinkomme", erklärte der gebürtige Österreicher mit nachdenklicher Stimme.
Seine Performance am Samstag unterstrich diese Einschätzung deutlich. Baumann fuhr beinahe an einem Tor vorbei und ließ seinen Lauf dann ins Ziel austrudeln, ohne die gewohnte Aggressivität zu zeigen. "Ich habe nichts riskiert, ich habe mir nicht zugetraut, dass ich da nochmal draufsteige", analysierte er selbstkritisch seinen Lauf. Der Versuch, noch einmal an alte Leistungen anzuknüpfen, sei gescheitert: "Ich habe es heute nochmal probiert, aber es ist nicht gegangen."
Rekordhalter mit bemerkenswerter Bilanz
Romed Baumann blickt auf eine außergewöhnliche Karriere zurück, die vor 22 Jahren mit seinem Weltcup-Debüt begann. Der Start in Garmisch-Partenkirchen war sein insgesamt 387. Weltcup-Einsatz, wobei er mit 167 Abfahrten sogar den Rekord in dieser Disziplin hält. Seine größten Erfolge erzielte der Athlet nach seinem Wechsel vom österreichischen zum deutschen Skiverband:
- Silbermedaille im Super-G bei der Weltmeisterschaft 2021
- Bronzemedaille in der Super-Kombination bei der WM 2013
- Zwei Weltcup-Siege in der mittlerweile abgeschafften Disziplin Super-Kombination
Trotz der enttäuschenden Leistung in Garmisch zeigt sich Baumann pragmatisch. "Ich stehe gesund herunten, das ist mehr wert als zwei, drei Weltcup-Punkte", betonte der 40-Jährige, der damit indirekt auf die Prioritäten in dieser späten Phase seiner Karriere hinweist. Die körperliche Unversehrtheit und Gesundheit stehen für ihn mittlerweile deutlich im Vordergrund gegenüber sportlichen Resultaten.
Abschied von einer Ära im Skisport
Die Äußerungen des erfahrenen Skirennläufers deuten auf einen bevorstehenden Abschied vom aktiven Wettkampfsport hin. Baumanns Karriere spannt sich über mehr als zwei Jahrzehnte und umfasst Höhen und Tiefen, nationale Verbandswechsel und internationale Medaillenerfolge. Seine Überlegungen zum Karriereende markieren möglicherweise das Ende einer Ära im deutschen und internationalen Skisport.
Die Szene wartet nun gespannt auf eine offizielle Bestätigung der Pläne des 40-Jährigen. Sollte Baumann tatsächlich seine aktive Laufbahn beenden, würde der Skisport einen charakterstarken Athleten verlieren, der stets durch seine Ehrlichkeit und Reflektiertheit auffiel - Eigenschaften, die er auch in seinen jüngsten Statements in Garmisch-Partenkirchen unter Beweis stellte.



