Historischer Moment: Nordische Kombinierer starten erstmals mit Skiflug-Wettbewerb
Ein neues Kapitel in der Geschichte der Nordischen Kombination wurde am Freitag in Bad Mitterndorf in Österreich aufgeschlagen. Zum allerersten Mal durften die Kombinierer einen Weltcup-Wettbewerb mit einem Skiflug eröffnen – eine Premiere, die für besondere Spannung und spektakuläre Weiten sorgte.
Rydzek überwindet Olympia-Enttäuschung mit starkem Auftritt
Johannes Rydzek hat seine Enttäuschung über die verpasste Olympia-Medaille im Teamsprint von Val di Fiemme eindrucksvoll verarbeitet. Der 34-jährige Routinier aus Oberstdorf stürmte bei der historischen Skiflug-Premiere direkt auf das Podest und sicherte sich den dritten Platz. Damit setzte der erfahrene Athlet ein deutliches Zeichen seiner Formstärke und mentalen Robustheit.
Im spannenden Finale musste sich Rydzek nur dem Finnen Ilkka Herola und dem Österreicher Johannes Lamparter geschlagen geben. Herola setzte sich nach einem Flug von der riesigen Schanze am Kulm und dem anschließenden Langlauf über 7,5 Kilometer im Auslauf der Schanze mit hauchdünnen 0,1 Sekunden Vorsprung auf Lamparter durch. Rydzek lag am Ende 16,2 Sekunden zurück, gewann aber den Spurt einer großen Gruppe um den dritten Rang.
Deutsche Athleten zeigen gemischte Leistungen
Das deutsche Team präsentierte sich bei der Premiere mit unterschiedlichen Leistungen. Während Rydzek überzeugte, schafften es auch Wendelin Thannheimer als Achter und Julian Schmid auf Platz neun in die Top 10. Olympia-Teilnehmer Vinzenz Geiger kam nach einem schwachen Flug jedoch nur auf Rang 17.
Beim spektakulären Skiflug am Morgen war Rydzek mit einer Weite von 212,5 Metern auf dem siebten Platz gelandet. Seine Teamkollegen Schmid (196,5 Meter) und Geiger (195,0 Meter) lagen deutlich zurück. Bester deutscher Springer auf der Riesenschanze war David Mach mit 220,5 Metern auf Platz vier, der bereits im Training beeindruckende 236,0 Meter geflogen war.
Neues Wettkampfformat zeigt interessante Dynamik
Das neue Compact-Format der Nordischen Kombination, bei dem die Zeitabstände nach den Platzierungen im Skiflug vorgegeben werden, sorgte für eine interessante Wettkampfdynamik. Die Sprungschwächen einiger Athleten fielen dadurch nicht zu stark ins Gewicht, was für spannende Verfolgungsrennen sorgte.
Johannes Lamparter, der mit 236,5 Metern die beste Flugweite erzielt hatte, startete daher nur mit einem geringen Vorsprung in den Langlauf. Der Österreicher steht damit dicht vor seinem zweiten Weltcup-Gesamtsieg und zeigt sich in herausragender Form.
Die Premiere des Skifliegens in der Nordischen Kombination hat damit nicht nur für historische Momente gesorgt, sondern auch bewiesen, dass dieses Format das Potenzial hat, die Sportart noch attraktiver und spektakulärer zu gestalten. Für Johannes Rydzek bedeutet der Podestplatz eine wichtige Bestätigung nach der Olympia-Enttäuschung und unterstreicht seine anhaltende Weltklasse.



