SailGP in Sydney: Flautenpoker bringt Überraschungssieger
Beim dritten Saison-Event der prestigeträchtigen Segel-Weltliga SailGP in Sydney herrschten am Wochenende äußerst schwierige Bedingungen. Flaue Winde auf dem berühmten Sydney Harbour sorgten für einen regelrechten Poker und brachten das Teilnehmerfeld gehörig durcheinander. Der Topfavorit Australien, eigentlich als Starkwind-Liebhaber bekannt, patzte dabei auf heimischem Wasser auf ganzer Linie.
Australien verpasst Finale - USA gewinnen Flautenpoker
Das australische Team kam unter den launischen Windverhältnissen nicht über einen enttäuschenden fünften Platz hinaus und musste sogar das Finale der besten drei Boote verpassen. Den Sieg im Flautenpoker sicherte sich stattdessen das U.S. SailGP Team, das sich geschickter an die Bedingungen anpasste. Auf den Plätzen zwei und drei folgten die Titelverteidiger des Teams Emirates GBR sowie Los Gallos aus Spanien, die ebenfalls von den unberechenbaren Winden profitierten.
Deutsches Team mit Startschwierigkeiten
Auch das Germany SailGP Team quälte sich unter den schwierigen Bedingungen in der flauen Brise über den anspruchsvollen Kurs. Trotz zweier respektabler zweiter Ränge in den insgesamt sieben ausgetragenen Rennen kamen Steuermann Erik Kosegarten-Heil und seine talentierte Crew nicht über Platz acht in der Gesamtwertung hinaus. Die Hauptschwäche lag dabei in den zu schwachen Starts, die das Team in mehreren Rennen zurückwarfen.
„Der Erfolg ist bei solchen Bedingungen sehr an den Start gebunden. Den haben wir in drei von vier Rennen nicht gut auf die Platte bekommen“, analysierte Trainer Lennart Briesenick bereits zur Halbzeit des anspruchsvollen Renn-Wochenendes. Diese Aussage unterstreicht die Bedeutung eines perfekten Starts bei solch anspruchsvollen Segelbedingungen.
Neue Führung in der Meisterschaftswertung
In der Gesamtwertung der SailGP-Serie, die mit einem beeindruckenden Preisgeld von 12,8 Millionen Dollar lockt, haben sich nach drei von insgesamt 13 Events die Kräfteverhältnisse verschoben. Die Briten führen nun mit 28 Punkten das Feld an, gefolgt von Australien mit 25 Punkten und den USA mit 20 Punkten. Das deutsche Team, an dem auch der viermalige Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel als Investor und Förderer beteiligt ist, liegt mit zehn Punkten aktuell auf Platz neun.
Die spannende SailGP-Serie wird ihre Fortsetzung bereits am 11. und 12. April finden, wenn die Premiere in Rio de Janeiro ansteht. Ein besonderes Highlight für deutsche Segelfans folgt dann am 22. und 23. August, wenn die Serie wieder in Sassnitz auf Rügen gastiert und damit zurück nach Deutschland kommt.



