Schweizer Triumph auf der legendären Kandahar-Piste
Die schwierige Kandahar-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen wurde am Wochenende zur Bühne für einen beeindruckenden Schweizer Dreifacherfolg. Angeführt von Superstar Marco Odermatt zeigten die Eidgenossen ihre überragende Klasse und ließen die lokalen deutschen Hoffnungen weit hinter sich. Rund 5.000 Zuschauer verfolgten das Spektakel in Oberbayern, das die Schweizer Dominanz im alpinen Skisport erneut unterstrich.
Odermatt festigt seine Führungsposition
Der aktuell beste Skifahrer der Welt, Marco Odermatt, sicherte sich den Sieg mit einer hauchdünnen Vorsprung von nur vier Hundertstelsekunden vor seinem Teamkollegen Alexis Monney. Der drittplatzierte Stefan Rogentin komplettierte das Schweizer Triumvirat, musste sich allerdings mit fast einer Sekunde Rückstand begnügen. Dieser Erfolg ermöglichte es Odermatt, seinen Vorsprung in der Gesamtwertung des Weltcups sowie in der Disziplinenwertung für Abfahrten weiter auszubauen. Die Schweizer Mannschaft demonstrierte damit eindrucksvoll ihre Stärke auf einer der anspruchsvollsten Pisten des internationalen Rennkalenders.
Deutsche Skirennfahrer enttäuschen vor heimischem Publikum
Während die Schweizer feierten, erlebten die deutschen Alpin-Athleten einen enttäuschenden Tag. Der lokale Hoffnungsträger Simon Jocher aus Garmisch verpasste als 37. deutlich die Punkteränge und zeigte sich anschließend frustriert. "Das ist peinlich. Das ist nicht mein Anspruch. Ich bin sehr, sehr sauer auf mich selbst", kommentierte der 29-Jährige seine enttäuschende Leistung. Auch der erfahrene Routinier Romed Baumann konnte nicht überzeugen und schwenkte kurz vor dem Ziel in einer Linkskurve ab. Der 40-Jährige erklärte, dass ihm in diesem Moment die Kraft fehlte und betonte, dass es ihm wichtiger sei, gesund ins Ziel zu kommen, als unnötige Risiken einzugehen. Auf Nachfragen zu einem möglichen Karriereende antwortete Baumann ausweichend.
Ein weiterer Rückschlag für das deutsche Team war der Ausfall von Luis Vogt, der sich im Training eine starke Überdehnung des Kreuzbands zugezogen hatte und das Rennen auf Krücken verfolgen musste. Seine Saison ist damit vorzeitig beendet. Die deutschen Skirennfahrer müssen sich nun kritischen Fragen zu ihrer Form und Leistungsfähigkeit stellen.
Ausblick auf den Super-G am Sonntag
Am Sonntag folgt in Garmisch-Partenkirchen der nächste Wettkampf mit einem Super-G. Besonders Simon Jocher, der in dieser Disziplin bereits einen fünften Platz in diesem Winter erreicht hatte, will sich für die enttäuschende Abfahrt revanchieren. Ob die deutschen Athleten die Lehren aus diesem Wochenende ziehen und eine bessere Leistung zeigen können, bleibt abzuwarten. Die Schweizer Mannschaft hingegen wird mit großem Selbstvertrauen in den nächsten Wettkampf gehen und ihren Erfolgskurs fortzusetzen versuchen.



