Schwindelanfall stoppt Marchand: Medaillentraum bei Paralympics geplatzt
Für die deutsche Langläuferin Kathrin Marchand ist bei den Paralympischen Winterspielen in Norditalien der Traum von einer Medaille auf dramatische Weise geplatzt. Die 35-jährige Leverkusenerin musste ihr Rennen in der stehenden Klasse über die Mitteldistanz nach einem Schwindelanfall aufgeben, obwohl sie lange Zeit auf einem sicheren Bronzekurs lag.
Vielversprechender Start endet im medizinischen Drama
Nach fünf Kilometern hatte Marchand bereits einen komfortablen Vorsprung von 23,3 Sekunden auf die Viertplatzierte aufgebaut und schien sich auf den Weg zu ihrer ersten paralympischen Medaille im Wintersport zu machen. Doch dann kam es zu einem plötzlichen Zusammenbruch: Die Athletin erlitt nach ersten Informationen einen schweren Schwindelanfall und musste sich an den Streckenrand setzen.
Auf den TV-Bildern war deutlich zu sehen, wie Marchand – gestützt von jeweils einem italienischen und deutschen Betreuer – sichtlich wankend und geschwächt von der Loipe weggebracht wurde. Das medizinische Personal vor Ort kümmerte sich umgehend um die deutsche Hoffnungsträgerin, die das Rennen schließlich nicht fortsetzen konnte.
Besondere Geschichte einer Ausnahmeathletin
Die Geschichte von Kathrin Marchand ist besonders bemerkenswert: Vor fünf Jahren erlitt die Sportlerin einen Schlaganfall, der ihre Karriere zunächst zu beenden schien. Erst im Vorwinter stand sie zum ersten Mal überhaupt auf Langlaufskiern und schaffte dann im Eiltempo die Qualifikation für die Paralympischen Winterspiele.
Mit ihrer Teilnahme in Norditalien schrieb Marchand Sportgeschichte: Sie ist die erste Athletin weltweit, die sowohl bei Olympischen Sommerspielen als auch bei Sommer-Paralympics und nun zusätzlich bei Paralympischen Winterspielen an den Start gegangen ist. Als Ruderin hatte sie bereits zweimal an Olympischen Spielen und einmal an den Sommer-Paralympics teilgenommen.
Enttäuschende Paralympics-Premiere mit Lichtblicken
Bereits am Dienstag hatte Marchand bei ihrer Paralympics-Premiere im Sprintrennen als Vierte um lediglich 1,9 Sekunden die Bronzemedaille verpasst. Auch bei den Sommer-Paralympics 2024 in Paris war ihr im Mixed-Vierer im Rudern der Medaillengewinn mit nur sechs Hundertstelsekunden Rückstand knapp entgangen.
Die schnelle Entwicklung der Leverkusenerin im Langlauf war dennoch beeindruckend: Mit mehreren Podestplätzen im Weltcup hatte sie sich innerhalb kürzester Zeit für die Spiele qualifiziert und galt als eine der großen Hoffnungsträgerinnen des deutschen Teams.
Vor den Spielen hatte Marchand dem SID gegenüber ihre besondere Motivation betont: "Es ist schon schön, wenn man die erste Person ist, die das geschafft und einen solchen Rekord hat." Trotz des vorzeitigen Rennabbruchs bleibt diese historische Leistung unbestritten – auch wenn der Medaillentraum diesmal nicht in Erfüllung gehen konnte.



