Mikaela Shiffrin nach Olympia-Gold: „Mein Vater hätte gesagt: Pack die Medaille weg!“
Shiffrin: „Mein Vater hätte Medaille weggesteckt“

Emotionaler Triumph für Mikaela Shiffrin: Drittes Olympia-Gold nach acht Jahren Wartezeit

Sie gilt als die beste Skifahrerin aller Zeiten mit 108 Weltcupsiegen, doch auf ihr drittes Olympia-Gold musste Mikaela Shiffrin (30) ganze acht Jahre warten. Besonders bewegend: Es ist ihre erste Olympiamedaille seit dem tragischen Tod ihres Vaters Jeff, der 2020 bei einem Unfall vom Dach des Familienhauses stürzte.

„Ich möchte nicht ohne meinen Papa leben müssen“

Im exklusiven Gespräch mit BILD im Hotel Ancona in Cortina d'Ampezzo öffnete sich die US-Amerikanerin emotional: „Es gab Momente, in denen ich dachte: Ich möchte nicht ohne meinen Papa leben müssen.“ Doch gerade die Erinnerung an ihren Vater gab ihr Kraft. „Meinem Vater und meiner Mutter war immer wichtig, dass wir uns auf unsere Schwünge konzentrieren, auf die Technik. Im Rennen konnte ich in den entscheidenden Momenten an genau diese Dinge denken.“

Shiffrin ist überzeugt: „Darauf wäre er sehr stolz. Die Medaille würde er anschauen und sagen: ‚Pack sie weg!‘“ Der Grund: Für ihren Vater hätte der Weg zum Erfolg stets mehr bedeutet als der bloße Moment des Sieges.

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Schock über Lindsey Vonns schweren Sturz

Der Triumph in Cortina wurde überschattet vom schlimmen Sturz ihrer Teamkollegin Lindsey Vonn (41), den Shiffrin hautnah miterleben musste. „Er war schockierend. Es ist unmöglich zu beschreiben, wie es ist, zuzusehen, wie deine Teamkollegin stürzt.“ Die erfahrene Skifahrerin betont: „Sie ist eine der härtesten Persönlichkeiten im Sport. Wenn sie also nicht mehr aufsteht, weiß man, was los ist.“

Vonn wurde inzwischen in Vail, Colorado, zum fünften Mal operiert und befindet sich auf dem Weg der Besserung. Shiffrin zeigt sich erleichtert: „Ich bin sehr froh, dass sie – soweit ich weiß – erfolgreiche Operationen hatte. Und was sie gezeigt hat, war ihr Weg, ehrlich und authentisch.“ Für die Olympiasiegerin zählt vor allem die Einstellung: „Sie hat sich gepusht und eine unglaubliche Leidenschaft gezeigt. Und deshalb ist es eigentlich egal, wie weit sie im Lauf gekommen ist – entscheidend ist, wie sie aufgetreten ist.“

Lob für Nachwuchstalent Emma Aicher

Shiffrin äußerte sich auch positiv über die deutsche Doppel-Silbermedaillengewinnerin Emma Aicher, die sich inzwischen auf Technik-Wettkämpfe konzentriert. „Sie hat eine große Zukunft vor sich. Ich weiß auch selbst, wie schwer es ist, zwischen Abfahrt und Slalom hin und her zu wechseln.“

Die erfahrene Skirennläuferin erkennt besonderes Potenzial: „Mit einem Fahrstil wie ihrem ist es möglich, in beiden Disziplinen schnell zu sein – weil sie in gewisser Weise alles so einfach macht.“ Shiffrin fügt aus eigener Erfahrung hinzu: „In ihrem Skifahren steckt alles, womit man in allen Disziplinen gleichzeitig gewinnen kann. Und aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Das ist ein unglaubliches Gefühl.“

Der Olympiasieg in Cortina markiert nicht nur einen sportlichen Höhepunkt in Shiffrins Karriere, sondern auch einen emotionalen Meilenstein in ihrer persönlichen Entwicklung. Die Verbindung zu ihrem verstorbenen Vater und die Solidarität mit ihrer verletzten Teamkollegin zeigen die menschliche Dimension hinter den sportlichen Erfolgen.

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