Sensationelles Olympia-Debüt: Susanne Kreher holt Silber im Skeleton
Im Eiskanal von Cortina d'Ampezzo hat die deutsche Skeleton-Pilotin Susanne Kreher bei ihrem ersten Olympia-Auftritt eine beeindruckende Silbermedaille gewonnen. Die 36-jährige Sächsin, die erst im letzten Moment die Qualifikation für die Winterspiele in Italien geschafft hatte, zeigte über vier Läufe hinweg eine außergewöhnlich stabile Leistung und sicherte sich damit den zweiten Platz auf dem Podest.
Deutsches Duo dominiert das Podest
Nicht nur Kreher sorgte für deutsche Erfolge, auch Jacqueline Pfeifer erkämpfte sich mit einer starken Vorstellung die Bronzemedaille. Damit standen gleich zwei deutsche Athletinnen auf dem Siegerpodest. Die österreichische Olympiasiegerin Janine Flock erwies sich jedoch als nicht zu schlagen und sicherte sich mit einem Vorsprung von 0,30 Sekunden vor Kreher den Goldrang. Pfeifer hatte am Ende 0,44 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Österreicherin.
Die deutsche Bilanz im neuen Eiskanal von Cortina wurde damit auf insgesamt neun Medaillen aufgebessert. Bereits zuvor hatten im Skeleton-Wettbewerb der Männer Axel Jungk mit Silber und Christopher Grotheer mit Bronze Edelmetall gewonnen. Das Rodel-Team hatte zudem fünf weitere Medaillen für Deutschland errungen.
Spannende Entscheidung bis zum letzten Lauf
Mit einem Rückstand von 0,21 Sekunden auf Janine Flock war Kreher in den entscheidenden Finallauf gegangen. Obwohl dies ein beträchtliches Handicap darstellte, gab es Hoffnung auf eine mögliche Wende – schließlich war Flock bei den Spielen in Pyeongchang 2018 nach drei führenden Läufen im Finale noch auf Platz vier abgerutscht. Diesmal jedoch machte die erfahrene Österreicherin keinen Fehler und verteidigte ihre Führung souverän bis ins Ziel.
Für Kreher, die 2023 überraschend WM-Gold gewonnen hatte, reichte es diesmal nicht zu einem zweiten großen Coup. Die frühere 400-Meter-Läuferin, die noch ohne Weltcup-Sieg ist, hatte sich auf ihrer Heimbahn in Altenberg im letzten Moment für die Olympischen Spiele qualifiziert und bewies nun mit ihrer Silbermedaille, dass sie zur Weltspitze im Skeleton gehört.
Olympische Premiere der Team-Staffel steht bevor
Die Skeleton-Wettbewerbe in Cortina d'Ampezzo finden am Sonntag mit der olympischen Premiere der Team-Staffel ihren Abschluss. Nach den erfolgreichen Einzelentscheidungen dürfen sich die deutschen Fans auf weitere spannende Rennen im Eiskanal freuen. Die deutschen Athleten haben bereits bewiesen, dass sie in dieser Disziplin zur absoluten Weltelite zählen und weitere Medaillenchancen besitzen.
Für Hannah Neise, die Olympiasiegerin von Peking, verlief der Wettkampf weniger erfolgreich – sie belegte am Ende den vierten Platz und verpasste damit knapp das Podest. Dennoch bleibt die deutsche Skeleton-Mannschaft mit zwei Medaillen bei den Frauen und weiteren Erfolgen bei den Männern eine der dominanten Nationen in dieser anspruchsvellen Wintersport-Disziplin.



