Romed Baumann beendet Ski-Karriere nach Rekordfahrt in Garmisch-Partenkirchen
Ski-Oldie Baumann beendet Karriere nach 22 Jahren

Abschied ohne Rennen: Ski-Veteran Romed Baumann beendet Ära

Nach mehr als zwei Jahrzehnten im internationalen Skisport hat Romed Baumann seine aktive Karriere beendet. Der 40-jährige deutsche Skirennfahrer wollte eigentlich beim Super-G in Garmisch-Partenkirchen am Sonntag sein letztes Rennen bestreiten, doch Nebel und Nieselregen verhinderten den geplanten Abschied vor jubelnden Fans.

Eine der längsten Karrieren der Ski-Geschichte

Fast 22 Jahre nach seinem Weltcup-Debüt im März 2004 – damals noch für sein Geburtsland Österreich – und insgesamt mehr als 400 Rennen bei Weltcups, Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen geht eine außergewöhnliche Ära zu Ende. "Die Entscheidung ist gereift und irgendwie hat es sich richtig angefühlt, dass ich es hier in Garmisch mache", erklärte Baumann. "Ich habe eine lange Karriere und viel Spaß gehabt. Irgendwann kommt der Tag, und heute war es soweit."

Obwohl das Abschiedsrennen ausfiel, warteten Teamkollegen und Betreuer im Zielbereich mit einer besonderen Überraschung auf: Mit Schampusflaschen spritzten sie den Routinier voll und feierten ihn mit Erinnerungsfotos zusammen mit der gesamten Mannschaft und Baumanns Familie. "Dieser Arsch! Jetzt bin ich der Teamälteste", scherzte Simon Jocher.

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Rücktritt zeichnete sich bereits ab

Der Karriereende des Super-G-Vizeweltmeisters von 2021 hatte sich bereits angekündigt. In dieser Saison schaffte es der Routinier nicht mehr unter die Top 15, weshalb er auch nicht zu den Olympischen Winterspielen nach Italien reisen durfte. Bei der Abfahrt am Samstag in Garmisch schwang er kurz vor dem Ziel ab – ein deutliches Zeichen. "Ich habe es mir nicht mehr zugetraut", schilderte der Familienvater, der kein Risiko mehr eingehen wollte.

Erfolgreiche Karriere mit Nationenwechsel

Baumanns Karriere war geprägt von bemerkenswerten Erfolgen:

  • Zwei Siege und acht weitere Podestplätze für das österreichische Team
  • WM-Bronze 2013 in der Kombination
  • Wechsel zum Deutschen Skiverband (DSV) im Jahr 2019
  • WM-Silber im Super-G 2021 als größter Erfolg
  • 167 Abfahrtsstarts – damit alleiniger Disziplin-Rekordhalter im Weltcup

Der gebürtige Tiroler wurde in der deutschen Speed-Mannschaft besonders als Mentor für jüngere Sportler wie Simon Jocher oder den aktuell verletzten Luis Vogt geschätzt. "An seine Erfahrung kommt kaum ein anderer heran", betonten Teamkollegen.

Zukunft als Zuschauer und möglicher Trainer

Die restliche Weltcup-Saison will Baumann nun als Zuschauer vor dem Fernseher verfolgen. "Ich habe es Olympia schon gehabt, dass ich das Fernsehschauen ein bisschen trainieren konnte, das hat ganz gut funktioniert", sagte Baumann mit einem Grinsen. Außerdem freue er sich auf das Skifahren mit seinen Kindern.

Langfristig plant der ehemalige Spitzensportler, dem Rennsport erhalten zu bleiben. Er hat bereits im vorigen Jahr mit einer Trainerausbildung begonnen. "Es würde mich extrem interessieren, mein Wissen weiterzugeben", erklärte Baumann. "Ich glaube, in die Richtung wird es gehen."

Mit dem Karriereende von Romed Baumann verliert der deutsche Skisport einen erfahrenen Routinier, dessen Rekord von 167 Abfahrtsstarts im Weltcup wohl noch lange Bestand haben wird.

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