Julia Taubitz holt Olympia-Gold im Rodeln - Fräbel verpasst Medaille nach Patzer
Taubitz gewinnt Olympia-Gold im Rodeln - Fräbel patzt

Julia Taubitz triumphiert mit Olympia-Gold im Rodeln

Nach dem schmerzhaften Sturz-Drama bei den Olympischen Spielen in Peking hat Julia Taubitz in Cortina d'Ampezzo ihren ersten Olympiasieg gefeiert. Die 29-Jährige vom WSC Oberwiesenthal sicherte sich im Damen-Einsitzer die Goldmedaille und komplettierte damit ihre beeindruckende Titelsammlung im Eiskanal. Während Taubitz jubelte, verpasste ihre Teamkollegin Merle Fräbel nach einem schweren Patzer im dritten Lauf alle Medaillenchancen und landete schließlich auf dem achten Platz.

Emotionaler Triumph nach Peking-Enttäuschung

Julia Taubitz stieß nach ihrem Sieg einen lauten Jubelschrei aus, schlug die Hände vors Gesicht und blieb für einen Moment auf ihrem Schlitten liegen. Die Erleichterung und Freude waren deutlich spürbar, als ihre deutschen Teamkolleginnen die neue Olympiasiegerin herzlich umarmten. Mit diesem Gold-Triumph hat Taubitz endgültig die bittere Enttäuschung von Peking 2022 hinter sich gelassen, wo sie als haushohe Favoritin nach einem Sturz im zweiten Lauf alle Medaillenchancen verspielte.

"Ich habe lange gebraucht, um diesen Rückschlag zu verarbeiten. Rückblickend bin ich dankbar für diese Erfahrung", sagte Taubitz, deren persönlicher Motivationssong beim Weltcup immer der Hit "Die immer lacht" von Kerstin Ott ist. Die Medaillen waren damals unerreichbar, doch Taubitz zeigte Charakterstärke und fuhr im vierten Lauf noch Bestzeit, um sich auf Platz sieben zu klassieren.

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Fräbel verliert Medaillenchance durch Startfehler

Merle Fräbel, die nach dem ersten Wettkampftag nur knapp hinter Taubitz gelegen hatte, vergab im dritten Lauf durch schwere Fehler auf der Startrampe alle Aussichten auf eine Medaille. Die erst 22-jährige Olympia-Debütantin, die zuvor den Test-Wettkampf auf der neu gebauten Bahn gewonnen hatte, stand nach einer Bandenberührung komplett quer und büßte wertvolle Sekunden ein. Interessanterweise hatte Fräbel genau 24 Stunden zuvor über ähnliche Fehler ihrer Konkurrentinnen gesprochen: "Also nicht schwierig, aber mir ist es im Training auch schon passiert. Deswegen möchte ich da jetzt nicht drüber herziehen."

Im vierten und letzten Lauf zeigte Fräbel dann, was möglich gewesen wäre, und winkte tapfer den anwesenden Fans zu. Der Weg zu Gold war dadurch für die klar überlegene Taubitz frei, die ihre Führung souverän bis ins Ziel verteidigte.

Deutsche Gold-Serie setzt sich fort

Mit ihrem Olympiasieg setzte Julia Taubitz die beeindruckende deutsche Gold-Serie bei Winterspielen fort, die nach der deutschen Einheit mit dem Olympiasieg von Silke Kraushaar-Pielach 1998 begann. Nach den zwei Siegen von Sylke Otto 2002 und 2006 holte sich Tatjana Hüfner 2010 Gold, bevor Natalie Geisenberger mit ihrem olympischen Hattrick und drei Team-Goldmedaillen zur erfolgreichsten Rodlerin der Olympia-Historie aufstieg.

Taubitz' Titelsammlung ist nun komplett: Nach acht WM-Triumphen, EM-Gold und fünf Weltcup-Gesamtsiegen fehlt ihr kein bedeutender Titel mehr. "Ich habe mir schon in sehr jungen Jahren meine sportlichen Ziele gesetzt. Die bestanden aus dem Gesamtweltcupsieg, dem Weltmeistertitel und dem Olympiasieg", erklärte die Erzgebirgerin vor Beginn der Wintersaison.

Silber und Bronze gehen an internationale Konkurrenz

Die Silbermedaille sicherte sich mit fast einer Sekunde Rückstand die Lettin Elina Bota, während Bronze an die US-Pilotin Ashley Farquharson ging. Anna Berreiter aus Berchtesgaden, die vor vier Jahren in Peking als Debütantin olympisches Silber geholt hatte, kam diesmal auf Rang sechs.

Taubitz startete mit der Nummer 1 und viel Nervosität ins Rennen, fuhr aber auf Anhieb Bahnrekord. "Ich finde die Bahn sehr gelungen und sehr gefühlvoll. Der Rhythmus der Kurven ist sehr schön, man kann toll mit dem Schlitten runtertanzen", schwärmte die Olympiasiegerin von der neu gebauten Strecke im Cortina Sliding Centre.

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Persönlicher Jubel und Zukunftspläne

Nach ihrem Triumph strahlte Julia Taubitz mit ihrer Mutter Simone und den gut 80 mitgereisten Fans um die Wette. "Die sind mit dem Reisebus gekommen. Das freut mich übelst. Das ist eine absolute Ehre, ich bin absolut dankbar", sagte die sichtlich gerührte Athletin. Auch Sprint-Ass Gina Lückenkemper - 2024 Olympia-Dritte mit der deutschen Staffel in Paris - und Model Lena Gercke waren im Zielbereich dabei, um Taubitz zu gratulieren.

Die fast 120 Stundenkilometer im Eiskanal beschrieb Taubitz als "supergeiles Gefühl". Die selbsternannte Adrenalinjunkie möchte sich demnächst gerne mal auf einer Rennstrecke auf zwei Rädern statt auf zwei Kufen ausprobieren. "Mir wurde das immer mal wieder angeboten, aber diesen Sommer habe ich es absichtlich verschoben. Aber ich gebe zu: Das reizt mich schon noch mal", verriet die begeisterte Motorradfahrerin, die sich auch den Traum vom eigenen Wohnmobil erfüllt hat und damit im Sommer in Frankreich zum Surfen war.