Vom belächelten Weichei zum gefeierten Millionär: Andri Ragettlis außergewöhnliche Karriere
Früher wurde er von Lehrern und Mitschülern belächelt, heute ist er ein gefeierter Superstar und Millionär: Der Schweizer Freestyle-Skifahrer Andri Ragettli (27) steht kurz vor dem größten Erfolg seiner Karriere. Am Dienstag (12.30 Uhr) kämpft er im Slopestyle-Finale bei den Olympischen Spielen um seine erste olympische Medaille.
Der Weg zum Olympia-Finale und finanziellen Erfolg
Nach Platz sieben bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang und einem vierten Platz 2022 in Peking greift Ragettli nun nach dem ganz großen Coup. Der viermalige Weltcup-Gesamtsieger und Weltmeister von 2021 im Slopestyle hat sich längst als einer der erfolgreichsten Freeskier der Welt etabliert. Besonders bekannt wurde er durch seinen historischen "Quad Cork 1800" - einen vierfachen Rückwärtssalto mit fünf Drehungen, den er als erster Athlet überhaupt stand.
In einem exklusiven Interview mit der Schweizer Tageszeitung "Blick" verrät der Sportler: "Ja, ich bin Millionär. Etwas freut mich daran ganz besonders: Ich habe damit gezeigt, dass man auch als Athlet aus einer Randsportart gut Geld verdienen kann. Darauf bin ich wirklich stolz."
Die Erfolgsformel: Sport und Social Media
Seinen finanziellen Erfolg erklärt Ragettli mit einer besonderen Kombination: "Durch harte Arbeit. Es braucht viel, um im Freestyle-Sport und auf Social Media sehr gut zu sein. Dank dieser Kombination bin ich für Sponsoren so interessant." Zu seinen Partnern zählen unter anderem Sudden Rush (seit 2026 sein offizieller Energy-Drink-Partner), NIKIN und Fisherman's Friend.
Der Schweizer hat eine beeindruckende Reichweite in den sozialen Medien:
- 662.000 Follower auf Instagram
- 1,9 Millionen Follower auf TikTok
- Millionenfache Aufrufe seiner Parcours-Videos
Content Creator statt Influencer
Trotz seiner enormen Social-Media-Präsenz lehnt Ragettli die Bezeichnung "Influencer" ab: "Nein! Das Wort Influencer stört mich. Wenn, dann bin ich Content Creator. Jemand, der Inhalt für andere produziert. Ich möchte die Leute unterhalten. Mein Fokus liegt aber ganz klar auf dem Sport - in erster Linie bin ich Athlet."
Die schwierigen Anfänge
Dass Ragettlis Weg nicht immer einfach war, zeigt eine prägende Erfahrung aus seiner Kindheit. Als Zwölfjähriger in der Talentschule in Ilanz absolvierte er ein zweitägiges Survival Camp, bei dem ihn die Mentaltrainerin von NHL-Spieler Nino Niederreiter beobachtete. "Während der Wanderung auf den ersten Berg habe ich ein Schinkengipfeli gegessen, mit dem irgendetwas nicht mehr stimmte. Oben angekommen, musste ich mich übergeben. Ein paar Tage später kam es zum Abschlussgespräch des Survival Camps mit ihr. Dort nannte sie mich ein Weichei", erinnert sich der Sportler.
Als Freeskier wurde er damals von vielen nicht ernst genommen: "Von einigen Lehrern und Mitschülern wurde ich belächelt. Es hieß, der hüpft ja nur ein wenig auf dem Trampolin herum. Solche Aussagen haben mich wirklich gestört."
Vom Außenseiter zum Vorbild
Inzwischen sind die Kritiker verstummt - viele sind sogar zu Fans geworden und bewundern den Athleten. Sollte Ragettli am Dienstag im Slopestyle-Finale seine erste Olympia-Medaille gewinnen, würde dies den Höhepunkt einer bemerkenswerten Karriere markieren. Eines ist sicher: Ein Social-Media-Video über diesen historischen Moment wird es danach bestimmt geben.
Ragettlis Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie sich Ausdauer, Talent und geschicktes Selbstmarketing verbinden können, um selbst in einer Randsportart außergewöhnlichen Erfolg zu erreichen. Vom belächelten "Weichei" zum millionenschweren Olympia-Hoffnungsträger - eine Transformation, die Sportgeschichte schreibt.



