Ein kleiner Cannabisladen in Toronto wollte zur Fußball-Weltmeisterschaft in Kanada mit einem besonderen Angebot punkten: Wasserpfeifen im Design des WM-Pokals. Doch die FIFA ließ den Verkauf per Anwaltsschreiben stoppen. Der Ladenbesitzer zerstörte die Bong daraufhin mit einem Hammer.
Laden bot WM-Pokal-Bong für 49,99 kanadische Dollar an
Der Cannabisladen „Cosmic Charlies“ liegt im Süden von Toronto, unweit des Stadions, in dem die deutsche Mannschaft unter Julian Nagelsmann am Samstag die Elfenbeinküste besiegte. In Kanada ist der Verkauf von Marihuana legal; ab 19 Jahren darf man bis zu 30 Gramm besitzen. „Unser Laden ist nicht weit vom Stadion entfernt. Wir dachten deshalb, es wäre cool, das zu verkaufen“, sagt Charlie Kady (34), der das Geschäft seit fünf Jahren mit seinem Bruder führt. Die Brüder sind selbst Fußballfans und unterstützen neben Kanada auch Spanien und Argentinien. „Alkohol und Sport sind so nah beieinander, und da dachten wir: Mit Cannabis klappt das auch.“
Nur vier Tage im Sortiment – dann kam das Anwaltsschreiben
Am 8. Juni nahm der Laden die WM-Pokal-Wasserpfeife ins Sortiment auf und bewarb sie auch im Onlineshop. Der Preis: 49,99 kanadische Dollar (rund 30,83 Euro). Die Bongs wurden in China hergestellt. Kady hatte zwei Exemplare angeschafft, eines wurde sofort verkauft. Doch nur vier Tage später, am 12. Juni, flatterte Post von einer kanadischen Anwaltskanzlei ins Haus. Betreff: „Verletzung der geistigen Eigentumsrechte“.
In dem fünfseitigen Schreiben heißt es: „Die FIFA-Marken sind wesentliche Symbole für das Wohlwollen und den guten Ruf, die die FIFA im Zusammenhang mit ihren bekannten fußballbezogenen Waren und Dienstleistungen aufgebaut hat.“ Und weiter: „Unserem Mandanten ist bekannt geworden, dass Sie Produkte, die die FIFA-Marken (...) ohne Genehmigung, Zustimmung oder Lizenz der FIFA bewerben, zum Verkauf anbieten und/oder verkaufen.“ Die Brüder wurden aufgefordert, den Verkauf umgehend zu unterlassen.
Ladenbesitzer zerstört Bong mit Hammer
„Mein Bruder hat die Bong daraufhin mit einem Hammer zerstört“, sagt Kady. „Ich wollte sie eigentlich noch ausprobieren und dann erst kaputtmachen, aber meine Frau meinte: ‚Besser nicht‘.“ Jetzt hofft er, dass die Sache damit erledigt ist – und keine Geldstrafe droht. Der 34-Jährige zu BILD: „Es ist ein bisschen übertrieben. Wir sind nur ein kleiner Laden. Wir dachten nicht, dass das so ein großes Ding ist.“
Die FIFA reagierte auf eine BILD-Anfrage zum Wasserpfeifenverbot nicht. Ob der Ladenbesitzer mit weiteren rechtlichen Konsequenzen rechnen muss, bleibt unklar. Der Vorfall zeigt jedoch, wie streng der Fußball-Weltverband auf die Wahrung seiner Markenrechte achtet – selbst bei einem kleinen Laden in Toronto.



