Panini-Sticker-Krise: Warum die Regale bei der WM 2026 leer bleiben
Panini-Sticker-Krise: Regale bei der WM 2026 leer

Seit der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 werden in Deutschland von Panini zu jeder WM Sammelalben und Klebefotos mit den Konterfeis der Nationalspieler aller teilnehmenden Mannschaften verkauft. Dieses Jahr scheint die Nachfrage nach den Stickern besonders hoch zu sein. Nicht nur Fans berichten davon, wie schwierig es ist, an die Sticker-Päckchen heranzukommen. Auch die Supermärkte und Kioske sind überrascht, wie schnell die Sammelkarten vergriffen sind.

Nachschubprobleme bei Panini-Stickern: Leere Regale in Berlin

„Die Nachfrage ist sehr groß“, erzählt eine Verkäuferin in einem Kiosk am Potsdamer Platz. In ihrem Geschäft steht ein ungefähr zwei Meter hohes Pappregal, mit WM-Muster bedruckt. An den neun langen Metallhaken hängt kein einziges Stickerpack. Immerhin, in diesem Kiosk gab es bereits Lieferungen.

Patric Maciaszek vom öni-Kiosk, nur wenige Gehminuten davon entfernt, hingegen wurde vom Hersteller gleich direkt zurückgewiesen. „Ich hatte die online beantragt und habe leider eine Absage bekommen, dass die aktuell nicht lieferbar sind“, sagt der Berliner. Er hätte gerne mit einem Verkauf in seinem mit WM-Fähnchen geschmückten Laden von der hohen Nachfrage profitiert.

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Panini mit Nachfrage überfordert: Auch Supermärkte betroffen

Doch nicht nur Vertreiber wie Maciaszek sind vom Sticker-Engpass betroffen. Auch bei „Rewe“ ist der Karton, in dem normalerweise die Klebefotos angeboten werden, leer. Man fühlt sich ein wenig an die wie leer gefegten Klopapier-Regale zu Beginn der Corona-Pandemie erinnert.

Eine Verkäuferin meint, die Nachfrage hätte im Vergleich zu den vergangenen Weltmeisterschaften zugenommen. Und sie fügt hinzu: „In den anderen Jahren herrschte keine derartige Knappheit“. Eventuell liege es der Verkäuferin zufolge auch daran, dass Rewe die Sticker dieses Jahr über seinen Presseanbieter beziehe und nicht mehr über die eigene Zentrale verteile.

Sticker-Ebbe auch bei Edeka und Lidl: Keine Besserung in Sicht

Ist Rewe also ein Einzelfall? Nein. Ein Vergleichsbesuch bei Edeka und Lidl zeigt, dass auch diese beiden Supermärkte keine Sticker mehr im Verkauf, geschweige denn gratis zu verteilen haben. „Wir hatten nur ganz zu Anfang der WM welche, danach nicht mehr. Wir haben bestellt, aber es kommt nichts an“, berichtet eine Lidl-Mitarbeiterin.

Panini wurde nach eigenen Angaben vom Hype um seine Sammelkarten überrascht. „Im Vergleich zu den Weltmeisterschaften 2018 und 2022 beobachten wir eine spürbar stärkere Nachfrage“, teilt das Unternehmen auf Anfrage des Tagesspiegels mit. „Aufgrund dieser hohen Nachfrage war zeitweise nicht jedes Produkt sofort verfügbar“, gibt Panini zu. Die Produktion und die Auslieferung liefen aber nach Firmenangaben kontinuierlich weiter.

Sammeln kann ins Geld gehen: Erwachsene als Hauptzielgruppe

Wer glaubt, dass die Stickerknappheit auf das Sammelinteresse von Kindern zurückzuführen ist, der irrt sich. In der Rewe-Filiale wird uns erzählt, dass es vor allem Männer seien, die sich für die Sticker interessierten. Auch die Lidl-Verkäuferin erzählt belustigt, dass viele Kunden über 40 nach Stickern fragten. Diese hätten natürlich eine ganz andere Kaufkraft. Ein erwachsener Kunde habe, als es noch Sticker gab, eine Paketbox für 150 € erworben.

Panini bestätigt, dass die Sticker generationenübergreifend Interesse erwecken. Erwachsene Kunden werden im Sammelfieber nostalgisch und jüngere bekommen eine Freizeitbeschäftigung hinzu. Außerdem sorgten die sozialen Netzwerke für einen Hype rund um die Sammelpäckchen. „Tauschen, Vervollständigen und das Zeigen der eigenen Sammlung haben auf Plattformen wie TikTok und Instagram eine neue Sichtbarkeit gewonnen“, meint der Hersteller.

Seltene Sticker im Wert von 150 Euro: Der Parallelmarkt boomt

Einen Ausweg für verzweifelte Sammler:innen bieten Tauschplattformen oder Online-Foren, in denen Panini-Fans die Sticker aus zweiter Hand anbieten. Der Markt für den Wiederverkauf nimmt an Fahrt auf. Die knappe Verfügbarkeit treibt die Preise auf dem Parallelmarkt nach oben.

Und natürlich gilt: Je seltener ein Sticker, desto wertvoller. Ein Sticker mit Lionel Messi darauf, in der Gold-Edition, wird auf dem Verkaufsportal Kleinanzeigen beispielsweise für 150 € angeboten. Auch der goldene Florian Wirtz-Sticker ist dem Verkäufer immerhin 75 € wert.

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