Tesla treibt die Expansion seines Werks in Grünheide bei Berlin voran. Der US-Elektroautobauer will die Produktion auf bis zu 7.500 Fahrzeuge pro Woche hochfahren, was einer Jahreskapazität von 375.000 Einheiten entspricht. Gleichzeitig sollen 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen, wie aus dem Geschäftsbericht der Tesla Manufacturing Brandenburg SE für 2025 hervorgeht. Das Unternehmen profitiert von einer wieder anziehenden Nachfrage nach Elektroautos und erneuter staatlicher Förderung.
Gewinn gestiegen, Umsatz gesunken
Trotz eines schwierigen Marktumfelds steigerte die Tesla-Tochter ihren Jahresüberschuss 2025 auf 77,1 Millionen Euro – ein Plus von rund 20 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. Die Umsatzerlöse sanken jedoch von 7,7 Milliarden Euro (2024) auf 7,1 Milliarden Euro. Dies sei vor allem auf gesunkene Produktionskosten zurückzuführen, heißt es im Bericht. Die Produktion belief sich auf 202.000 Fahrzeuge, ein Minus von 9.000 Einheiten. „Die Entwicklung war vor allem durch die Modellumstellung sowie die Integration neuer Varianten beeinflusst“, so das Unternehmen. Dennoch sei eine stabile Produktionsmenge erreicht worden.
Wachstumskurs und neue Märkte
Für das Geschäftsjahr 2026 prognostiziert Tesla eine deutlich steigende Produktionsmenge. „Die Kapazitätsauslastung soll entsprechend steigen“, heißt es im Geschäftsbericht. Mehr als 30 Märkte werden bereits aus Grünheide beliefert, weitere sollen erschlossen werden. Tesla will die gesamte Wertschöpfungskette von der Batteriezelle bis zum fertigen Fahrzeug am Standort bündeln – „in dieser Form einzigartig in Europa“.
Risiken durch Geopolitik und Standortbedingungen
Das Unternehmen sieht jedoch Risiken: „Weiter eskalierende geopolitische Spannungen sowie damit einhergehende negative gesamtwirtschaftliche Auswirkungen wie eine Unterbrechung von Lieferketten könnten sich negativ auf die Prognose auswirken“, warnt Tesla. Die vollständige Batteriewertschöpfung in Grünheide bleibe an ökonomische Rahmenbedingungen geknüpft, da die Zellproduktion in Europa im Vergleich zu USA und China großen Herausforderungen unterliege.
Ausbau an Marktentwicklung gekoppelt
Der Ausbau des Werks war bisher an die Entwicklung der Märkte gekoppelt. Tesla profitiert auch von der erneuten staatlichen Förderung für Elektroautos. Das Werk in Grünheide wurde im März 2022 eröffnet und beschäftigte Ende 2025 rund 11.000 Mitarbeiter inklusive Leiharbeiter. Es ist Brandenburgs größter Industriebetrieb. Umweltschützer haben Bedenken, weil das Werk teilweise in einem Wasserschutzgebiet liegt. Ein Bericht von Tesla ergab jedoch, dass die Fabrik das Grundwasser nicht belastet.



