Brite umgeht hohe Speicherpreise mit transatlantischem Einkaufsflug
Die explodierenden Preise für externe Festplatten haben einen britischen Technik-Enthusiasten zu einer ungewöhnlichen Maßnahme bewegt. Statt die hohen Kosten in seinem Heimatland zu akzeptieren, flog er kurzerhand nach New York, um dort zehn 28-Terabyte-Festplatten zu erwerben. Seine Rechnung ging auf: Trotz Flug- und Hotelkosten sparte er am Ende fast 2.000 Euro.
Preisvergleich zwischen Großbritannien und den USA
Der Reddit-Nutzer mit dem Pseudonym cgtechuk beobachtete laut eigenen Angaben über einen längeren Zeitraum die Preisentwicklung für externe Festplatten mit großem Speichervolumen. Besonders im Fokus standen Modelle mit 28 Terabyte Kapazität, die besonders viel Platz bieten. Während diese in Großbritannien auf bis zu 568 Pfund pro Stück stiegen, waren sie in den Vereinigten Staaten deutlich günstiger zu haben.
Der Nutzer entschied sich für den Kauf von zehn Exemplaren des Modells Seagate Expansion Desktop Drive 28 TB in New York. Pro Laufwerk zahlte er etwa 244 Pfund (rund 280 Euro), mit Einfuhrzöllen kam er auf 300 Pfund pro Stück. In Großbritannien hätte ihn das gleiche Modell 568 Pfund gekostet. Insgesamt gab er so rund 3.000 Pfund aus statt der ursprünglich veranschlagten 5.680 Pfund.
Reisekosten schmälern Ersparnis kaum
Das Online-Magazin Tom's Hardware rechnete die Gesamtkosten genau nach: Ein günstiger Flug von London nach New York kostet etwa 700 US-Dollar (595 Euro), für die Unterkunft wurde eine ähnliche Summe veranschlagt. Trotz dieser Ausgaben blieb die Ersparnis beträchtlich.
Laut Berechnung hätte der Einkauf inklusive Flug und Hotel noch immer rund 1.640 Pfund weniger gekostet als der ausschließliche Kauf der Hardware in Großbritannien. Umgerechnet auf Euro könnte der Brite bei insgesamt 280 Terabyte Speicherkapazität etwa 1.878 Euro gespart haben.
Hintergrund der steigenden Speicherpreise
Hintergrund dieser Preisunterschiede sind mehrere Faktoren. Die starke Nachfrage durch die Entwicklung künstlicher Intelligenz beansprucht große Teile der Produktionskapazitäten. Gleichzeitig führen Handels- und Zollpolitiken, insbesondere unter der Regierung von US-Präsident Trump, zu zusätzlichen Belastungen.
Während Grafikkarten und SSD-Speicher (besonders schnelle Speichermedien) knapp werden, rücken klassische Festplatten (HDD) wieder stärker in den Fokus von Verbrauchern und Unternehmen. Experten sehen vorerst keine Entspannung der Preissituation, was kreative Lösungen wie den transatlantischen Einkaufsflug des Briten begünstigt.
Der Nutzer richtete aus den erworbenen Festplatten später einen Netzwerkdatenserver ein, der mehrere Laufwerke bündelt und Daten zentral speichert. Seine dokumentierte Aktion auf Reddit löste eine lebhafte Diskussion über globale Preisunterschiede bei Technikprodukten aus.



