RAM-Preise explodieren: Verdopplung in zwei Monaten
Wer aktuell einen neuen Computer plant oder seinen Arbeitsspeicher aufrüsten möchte, blickt mit Entsetzen auf die Preisschilder: Anfang 2026 kostet RAM fast doppelt so viel wie noch vor wenigen Monaten. Das Vergleichsportal guenstiger.de hat diese dramatische Entwicklung untersucht und kommt zu alarmierenden Ergebnissen.
Preisverdopplung bei modernen Speicherstandards
Von November 2025 bis Januar 2026 stieg der durchschnittliche Preis für DDR5-RAM um volle 100 Prozent. Doch auch ältere Standards bleiben nicht verschont: DDR4 verteuerte sich um 46 Prozent, während DDR3 immerhin noch um 28 Prozent teurer wurde. Diese Entwicklung betrifft nicht nur Enthusiasten, sondern jeden, der seinen Computer modernisieren möchte.
Dominoeffekt erfasst gesamten PC-Markt
Die Auswirkungen dieser Preisexplosion beschränken sich keineswegs nur auf Arbeitsspeicher. Laut den Daten von guenstiger.de verteuerten sich SSDs im selben Zeitraum um etwa 25 Prozent, klassische Festplatten um sieben Prozent. Selbst Komponenten wie MicroSD-Karten, Grafikkarten und Mainboards sind deutlich teurer geworden.
Während Komplettsysteme im Durchschnitt um 12 Prozent teurer wurden, stiegen die Preise für Grafikkarten um 13 Prozent. Für Verbraucher bedeutet dies eine erhebliche Mehrbelastung: Selbst wer kein High-End-System zusammenstellen möchte, zahlt heute deutlich mehr als noch im Herbst 2025.
KI-Boom als Haupttreiber der Preissteigerungen
Der Kern des Problems liegt in einer Engpass-Lawine, die die gesamte Chipbranche erfasst hat. Der massive KI-Boom zwingt Hersteller, ihre Produktion umzustrukturieren: Statt DDR4- oder DDR5-Module für Desktop-PCs zu produzieren, konzentriert sich der Großteil der Fertigung nun auf Hochleistungsserver und Datenzentren.
Diese Rechenzentren verschlingen massenhaft Speicherchips und sind bereit, dafür Spitzenpreise zu zahlen. Zusätzlich treibt das Ende des Windows-10-Supports viele Nutzer dazu, ihre Systeme zu erneuern, was die Nachfrage nach modernen Speicherstandards weiter in die Höhe schießen lässt.
Großkonzerne kaufen den Markt leer
Große Technologieunternehmen wie Microsoft, Meta oder Amazon kaufen alles auf, was sie für ihre KI-Rechenzentren bekommen können. Für Privatkunden bleiben nur noch Restbestände übrig – und diese werden zu Spitzenpreisen angeboten. Viele RAM-Hersteller haben bereits signalisiert, dass sie Endkunden in Zukunft weniger stark beliefern werden.
Das Ergebnis ist eine fast perfekte Marktverzerrung: Ein knappes Angebot trifft auf eine rekordhohe Nachfrage. Händler reagieren mit drastischen Preiserhöhungen, und selbst die Preise für Restbestände älterer Module schießen in die Höhe.
Leichte Entspannung oder trügerische Ruhe?
Im Februar 2026 schien der Preisanstieg leicht abzuflachen: Einige DDR5-Kits auf dem europäischen Markt wurden wieder etwas günstiger. Doch von einer echten Trendwende kann keine Rede sein – die Preise bleiben weit über dem Vorkrisenniveau. Besonders in den USA verharrt das Preisniveau auf Rekordhöhe.
Analysten betrachten den jüngsten Rückgang daher eher als technische Korrektur nach einer Überhitzung des Marktes. Die Engpässe bei Speicherchips, Energie und Materialien bestehen weiterhin fort, und auch geopolitische Unsicherheiten halten den Hardware-Markt in Atem.
Empfehlungen für betroffene Nutzer
Wer akut auf neue Hardware angewiesen ist, sollte genau vergleichen und gegebenenfalls schnell zuschlagen – viele Experten erwarten in den kommenden Monaten keine dauerhafte Entlastung. Wer hingegen noch warten kann, tut gut daran, die Marktentwicklung genau zu beobachten.
Ein weiteres Jahr mit hohen Speicherpreisen gilt als wahrscheinlich. Rabattaktionen oder saisonale Sales könnten immerhin kurzfristige Kaufgelegenheiten bieten – doch die Zeiten von günstigen 50-Euro-RAM-Kits sind vorerst vorbei. Ob sich die Lage 2026 wieder beruhigt, hängt maßgeblich davon ab, wann Hersteller ihre Produktionskapazitäten neu ausrichten können. Bis dahin bleibt RAM ein knappes und teures Gut – und der gesamte PC-Markt befindet sich in Aufruhr.



