Die Blockade einer Hochleistungssoftware mit künstlicher Intelligenz durch die US-Regierung hat in der deutschen Digitalbranche große Besorgnis ausgelöst. Der Branchenverband Bitkom wertete die Sperre des KI-Modells der Firma Anthropic als deutliches Signal, sich intensiver mit der Abhängigkeit Europas von Technik aus den USA auseinanderzusetzen.
Bitkom-Präsident schlägt Alarm
Deutschland und Europa seien beim Zugang zu den stärksten KI-Modellen vom Wohlwollen der US-Regierung abhängig, sagte der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Ralf Wintergerst. Dies habe die überraschende Anordnung am Wochenende mehr als deutlich gemacht. Die Sperre habe unmittelbare Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit der deutschen Industrie und Verwaltung und beeinträchtige auch die Sicherheit und die Exzellenz der Wissenschaft, betonte Wintergerst.
Hintergrund der Sperre
Anthropic hatte am Samstag nach einer Anordnung der US-Regierung den Zugang zu seiner erst vor wenigen Tagen veröffentlichten Top-Software mit Künstlicher Intelligenz blockiert. Regierungsbehörden hätten Anthropic unter Verweis auf die nationale Sicherheit angewiesen, den Zugang aller Ausländer zu den KI-Modellen Fable 5 und Mythos 5 zu unterbinden, teilte das Unternehmen mit. Das KI-Modell gilt als besonders geeignet, Schwachstellen und Sicherheitslücken in Software aufzuspüren.
Forderung nach digitaler Souveränität
Mehr denn je müsse es jetzt darum gehen, Deutschland und Europa digital souverän zu machen, forderte der Bitkom-Präsident. „Digitale Souveränität und eigene KI-Kompetenzen gehören mit an die Spitze der politischen Prioritäten.“ Die Abhängigkeit von US-Technologie sei ein ernstzunehmendes Risiko für die Wettbewerbsfähigkeit und Sicherheit Europas.



